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In Wirklichkeit war jedoch der Markt - wie Heinsohn zeigt - kein Tauschplatz, sondern der Ort, an dem Privateigentümer für ihre Güter die Mittel zu erlangen trachteten, in denen sie ihre Schulden vereinbart hatten. Am Beginn der Geldentwicklung stand nicht der Naturaltausch, sondern der aus dem Privateigentum entspringende Zins. Da die Privateigentümer nicht mehr dem kollektiven Versicherungssystem schutzverpflichteter Gutsherren oder blutsverwandter Stämme angehörten, kam ein in Not geratenes Mitglied der neuen Gesellschaft nur dann noch an Hilfe (das heißt fremdes Eigentum), wenn er den immateriellen Sicherheitsertrag, den nun jeder seinem Vermögen beimißt und der einem Gläubiger bei Trennung von seinem Eigentum entgeht, übertrifft. Damit ist der Zins in der Welt - und die Produktionsdynamik erklärt sich, ohne Rückgriff auf anthropologische Motive, aus der Erfüllung der Zinszusagen.
Das 'Tauschparadigma' konnte sich als Grundpfeiler der Sozialwissenschaften nur deshalb halten, weil die Entstehung und Auswirkung des Privateigentums bis heute nicht verstanden wurde. Die antike Polis entstand aus einer Rebellion von Leibeigenen gegen die durch gewaltige Naturkatastrophen geschwächte mykenische Abgabenwirtschaft mit dem Resultat der Güteraufteilung. Dieser Zusammenhang zwischen dem Untergang von Mykene und der Entstehung der Polis konnte bisher nicht erkannt werden, weil die modernen Experten für antike Chronologie zwischen beide Ereignisse ein 500 Jahre währendes 'dunkles Zeitalter' eingeschoben haben, das seitdem als aufwendig gepflegter Hort so vieler Rätsel der westlichen Zivilisation firmiert.
In Wirklichkeit war jedoch der Markt - wie Heinsohn zeigt - kein Tauschplatz, sondern der Ort, an dem Privateigentümer für ihre Güter die Mittel zu erlangen trachteten, in denen sie ihre Schulden vereinbart hatten. Am Beginn der Geldentwicklung stand nicht der Naturaltausch, sondern der aus dem Privateigentum entspringende Zins. Da die Privateigentümer nicht mehr dem kollektiven Versicherungssystem schutzverpflichteter Gutsherren oder blutsverwandter Stämme angehörten, kam ein in Not geratenes Mitglied der neuen Gesellschaft nur dann noch an Hilfe (das heißt fremdes Eigentum), wenn er den immateriellen Sicherheitsertrag, den nun jeder seinem Vermögen beimißt und der einem Gläubiger bei Trennung von seinem Eigentum entgeht, übertrifft. Damit ist der Zins in der Welt - und die Produktionsdynamik erklärt sich, ohne Rückgriff auf anthropologische Motive, aus der Erfüllung der Zinszusagen.
Das 'Tauschparadigma' konnte sich als Grundpfeiler der Sozialwissenschaften nur deshalb halten, weil die Entstehung und Auswirkung des Privateigentums bis heute nicht verstanden wurde. Die antike Polis entstand aus einer Rebellion von Leibeigenen gegen die durch gewaltige Naturkatastrophen geschwächte mykenische Abgabenwirtschaft mit dem Resultat der Güteraufteilung. Dieser Zusammenhang zwischen dem Untergang von Mykene und der Entstehung der Polis konnte bisher nicht erkannt werden, weil die modernen Experten für antike Chronologie zwischen beide Ereignisse ein 500 Jahre währendes 'dunkles Zeitalter' eingeschoben haben, das seitdem als aufwendig gepflegter Hort so vieler Rätsel der westlichen Zivilisation firmiert.
Vorbemerkung
Zum Aufbau der Arbeit
Dokumentation
Stellungnahmen aus verschiedenen sozialwissenschaftlichen Disziplinen zur Beantwortbarkeit der Fragen nach der Entstehung von Privateigentum und Geld
Ausgewählte Stellungnahmen einflußreicher Ökonomen, die der herrschenden Meinung über die Entstehung von Geld als Mittel zur Erleichterung des Tausches anhängen
Erstes Kapitel
Männliches individuelles Grundeigentum (Privateigentum)
Exkurs zu den Grenzen psychoanalytischer Mythdeutung
Zweites Kapitel
Patriarchalische Familie und monogame Sexualverdrängung
Drittes Kapitel
Astronomie, Genealogie und >reines< Denken
Viertes Kapitel
Privateigentum und Staat, individuelles Existenzrisiko und Liquiditätsvorrat, Kredit und Schuldknechtschaft, Zins und geldwirtschaftliche Produktion, Sklaverei und Münze
Fünftes Kapitel
Klassenteilung, Arbeitsteilung, Bevölkerungsexplosion und Entvölkerung
Anhang
Zur Datierung der >sumerischen< Geldwirtschaft
Zu Ursache und Zeitraum des Untergangs der mykenischen Abgabenwirtschaft
Naturkatastrophen und politische Umwälzungen
Die römische Polis und ihr feudaler Vorläufer vom mykenischen Typus
Literaturauswahl
Autorenregister
Sach-, Namens- und Ortsregister
| Erscheinungsjahr: | 1984 |
|---|---|
| Genre: | Geschichte |
| Rubrik: | Geisteswissenschaften |
| Medium: | Taschenbuch |
| Inhalt: | 218 S. |
| ISBN-13: | 9783518280553 |
| ISBN-10: | 3518280554 |
| Sprache: | Deutsch |
| Herstellernummer: | STW 455 |
| Einband: | Kartoniert / Broschiert |
| Autor: | Heinsohn, Gunnar |
| Auflage: | 2. Aufl. |
| Hersteller: | Suhrkamp |
| Verantwortliche Person für die EU: | Suhrkamp Verlag GmbH, Torstr. 44, D-10119 Berlin, info@suhrkamp.de |
| Maße: | 13 x 107 x 176 mm |
| Von/Mit: | Gunnar Heinsohn |
| Erscheinungsdatum: | 26.01.1984 |
| Gewicht: | 0,264 kg |