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Beschreibung
Fremdzuschreibungen auf Menschen prägen das Selbstbild und die Identität der Betroffenen und sind nachhaltig wirkmächtig. Die Verfolgerinnen und Verfolger der in der NS-Zeit als 'halbjüdisch' klassifizierten Personen sprachen ihnen eine vollwertige Zugehörigkeit zur 'deutschen Volksgemeinschaft' ab. Sie wurden aufgrund der rassistischen Klassifizierung, die sehr reale Auswirkungen auf ihr tägliches Leben hatte, in einen Zustand zwischen gesellschaftlicher Exklusion und Inklusion gebracht. Ihr Dasein 'dazwischen' war auch nach 1945 keineswegs beendet und hat noch immer enorme Auswirkungen auf die Stigmatisierten. Die vorliegende Studie untersucht diese Erfahrungen des Hin- und Hergerissenseins ehemaliger 'Halbjüdinnen' und 'Halbjuden' und ihre individuellen Ambivalenzen, die sie bis heute prägen.
Fremdzuschreibungen auf Menschen prägen das Selbstbild und die Identität der Betroffenen und sind nachhaltig wirkmächtig. Die Verfolgerinnen und Verfolger der in der NS-Zeit als 'halbjüdisch' klassifizierten Personen sprachen ihnen eine vollwertige Zugehörigkeit zur 'deutschen Volksgemeinschaft' ab. Sie wurden aufgrund der rassistischen Klassifizierung, die sehr reale Auswirkungen auf ihr tägliches Leben hatte, in einen Zustand zwischen gesellschaftlicher Exklusion und Inklusion gebracht. Ihr Dasein 'dazwischen' war auch nach 1945 keineswegs beendet und hat noch immer enorme Auswirkungen auf die Stigmatisierten. Die vorliegende Studie untersucht diese Erfahrungen des Hin- und Hergerissenseins ehemaliger 'Halbjüdinnen' und 'Halbjuden' und ihre individuellen Ambivalenzen, die sie bis heute prägen.
Über den Autor
Sonja Grabowsky studierte Erziehungswissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal und promovierte im dortigen Fachbereich Bildungs- und Sozialwissenschaften als Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung. Seit Mai 2010 ist sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen.
(Stand: Oktober 2012)
Zusammenfassung
»Es ist das große Verdienst Sonja Grabowskys, dass sie einer Gruppe von NS-Verfolgten, der bisher kaum Beachtung zuteil wurde, eine Stimme gegeben hat.« (Ralf Seidel)
Inhaltsverzeichnis
Inhalt

Vorwort

Einleitung und Forschungsstand

1 Mischlinge im Deutschen Reich - Die demografische Struktur

2 Die christlich-jüdische Mischehe
Von der zivilrechtlichen Anerkennung bis zur Zwangsscheidung
2.1 Die quantitative Entwicklung der Mischehen
2.2 Mischehen und Mischehefrage aus der Perspektive der Mehrheitsgesellschaft
2.3 Mischehen und Mischehefrage aus jüdischer Perspektive
2.4 Die Verfolgung der Mischehen durch den NS-Staat
2.5 Der Rückgang der Mischehen nach 1933

3 Wer gilt als jüdisch, wer als christlich?
3.1 Die jüdisch-halachische Definition
3.2 Die christliche Definition und die Haltung der Kirchen im Nationalsozialismus
3.3 Jüdischsein als Stigma - die nationalsozialistische Macht der Definition

4 Forschungsprozess und methodisches Vorgehen
4.1 Thematische und methodische Vorüberlegungen
4.2 Datenerhebung
4.3 Datenaufbereitung
4.4 Datenauswertung und Ergebnisdarstellung

5 Ambivalenz - eine Annäherung
5.1 Relevante Aspekte der Begriffs- und Diskursgeschichte
5.2 Fazit und Definition
5.3 Das Ambivalenzphänomen als analytisches Konstrukt

6 Falldarstellungen
Ambivalenz als Folge der Zuschreibung halb
6.1 Gerhard Lilienthal
Historischer Exkurs 1: Studiums-Beschränkungen für Mischlinge
Historischer Exkurs 2: Mischlinge und Zwangsarbeit bei der Organisation Todt
6.2 Hanna Becker
Historischer Exkurs 3: Mischlinge im Konzentrationslager
Historischer Exkurs 4: Mischlinge als Wehrmachtsangehörige
Historischer Exkurs 5: Mischlinge und Partnerschaftswahl
6.3 Bernhard Oppermann
Historischer Exkurs 6: Mischlinge und der Dienst in der Hitlerjugend
6.4 Bruno Erhardt
Historischer Exkurs 7: Die Internierung der Juden in Mischehen
Historischer Exkurs 8: Schul- und Ausbildungsbeschränkungen für Mischlinge
6.5 Erika Heinrich
6.6 Frank Stein

7 Systematisierung und Kontrastierung der Fälle
7.1 Vorbemerkung
7.2 Analyse der Sinnzusammenhänge und kontrastiver Fallvergleich

8 Schlussbemerkung

Quellen und Literatur
Verzeichnisse
Details
Erscheinungsjahr: 2012
Fachbereich: Zeitgeschichte & Politik
Genre: Geisteswissenschaften, Geschichte, Kunst, Musik
Jahrhundert: ab 1949
Rubrik: Geisteswissenschaften
Medium: Taschenbuch
Inhalt: 266 S.
ISBN-13: 9783837922035
ISBN-10: 3837922030
Sprache: Deutsch
Einband: Kartoniert / Broschiert
Autor: Grabowsky, Sonja
Hersteller: Psychosozial Verlag GbR
Psychosozial-Verlag GmbH & Co. KG
Verantwortliche Person für die EU: Psychosozial-Verlag, Walltorstr. 10, D-35390 Gießen, vertrieb@psychosozial-verlag.de
Maße: 210 x 148 x 19 mm
Von/Mit: Sonja Grabowsky
Erscheinungsdatum: 15.10.2012
Gewicht: 0,393 kg
Artikel-ID: 132853770