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Beschreibung
Aus dem Vorwort des Autors: Erinnerungen zum ewigen Gedenken
Jahrelang beschäftigte mich der Gedanke, das traurige Schicksal meiner Familie, die im Holocaust ermordet wurde, schriftlich zu dokumentieren. Fast mein ganzes Leben lang versuchte ich jedoch, die traurige Vergangenheit zu verdrängen und hütete mich davor, die Jahre der Leiden und Tränen wieder aufleben zu lassen. Selten erzählte ich von den Geschehnissen der Kriegszeit. Erst 2009 konnte ich besuchsweise in das Land zurückkehren, in dem der Tod hauste und Ströme jüdischen Blutes diese Erde überschwemmten. Erst 67 Jahre später war ich imstande, vor dem Massengrab in Belec zu stehen (Foto S. 7), in dem meine Eltern, mein Bruder und meine Tante zusammen mit Hunderttausenden jüdischer Opfer begraben liegen. Ich konnte dem Tod meiner Lieben nicht in die Augen schauen, für mich lebten sie weiter.
Nach Jahren tauchten des Öfteren lebendige Bilder der schrecklichen Kriegsjahre auf, die meinen Alltag überschatteten und mein Gemüt belasteten. Dann machte sich das Alter bemerkbar, ich war nicht mehr der Jüngste und fühlte bereits das Drängen der Zeit, die Geschichte meiner Familie doch endlich niederzuschreiben. Mein Leben lang verfolgt mich die Frage, wie ich den Krieg überlebt habe, woher die seelischen und körperlichen Kräfte stammten, die mir halfen, jahrelange Qualen zu ertragen. Für mein Überleben gibt es keine Erklärung, doch bin ich mir sicher, dass die Kinderstube, die ich in meinem Elternhaus genoß, einen bedeutenden Einfluß auf meine seelische Standhaftigkeit und Entschlossenheit hatte, insbesondere in kritischen Situationen.
Meine Eltern haben meinen Bruder und mich mit viel Liebe und menschlichen Werten erzogen, die ich in mein Leben mitgenommen habe. In Augenblicken tiefster Not und Lebensgefahr erwachten verborgene Kräfte, die meine Sinne schärften und mein Leben retteten. Ich glaube fest daran, dass menschliche Werte, die im Elternhaus vermittelt werden, einen Menschen immer begleiten und sich zu Grundsätzen formen, mit denen ein junger Mensch selbstständig ins Leben gehen kann. Hätte ich diese Grundsätze nicht erworben, hätten mich auch pures Glück und gelegentlicher Zufall nicht retten können.
Als einziger Überlebender der Familie fühlte ich mich moralisch verpflichtet, das Schicksal meiner Familie, ihr Leben vor dem Krieg und im Laufe des Zweiten Weltkriegs bis zu ihrem tragischen Tod schriftlich zu verewigen.
...
Jahrelang beschäftigte mich der Gedanke, das traurige Schicksal meiner Familie, die im Holocaust ermordet wurde, schriftlich zu dokumentieren. Fast mein ganzes Leben lang versuchte ich jedoch, die traurige Vergangenheit zu verdrängen und hütete mich davor, die Jahre der Leiden und Tränen wieder aufleben zu lassen. Selten erzählte ich von den Geschehnissen der Kriegszeit. Erst 2009 konnte ich besuchsweise in das Land zurückkehren, in dem der Tod hauste und Ströme jüdischen Blutes diese Erde überschwemmten. Erst 67 Jahre später war ich imstande, vor dem Massengrab in Belec zu stehen (Foto S. 7), in dem meine Eltern, mein Bruder und meine Tante zusammen mit Hunderttausenden jüdischer Opfer begraben liegen. Ich konnte dem Tod meiner Lieben nicht in die Augen schauen, für mich lebten sie weiter.
Nach Jahren tauchten des Öfteren lebendige Bilder der schrecklichen Kriegsjahre auf, die meinen Alltag überschatteten und mein Gemüt belasteten. Dann machte sich das Alter bemerkbar, ich war nicht mehr der Jüngste und fühlte bereits das Drängen der Zeit, die Geschichte meiner Familie doch endlich niederzuschreiben. Mein Leben lang verfolgt mich die Frage, wie ich den Krieg überlebt habe, woher die seelischen und körperlichen Kräfte stammten, die mir halfen, jahrelange Qualen zu ertragen. Für mein Überleben gibt es keine Erklärung, doch bin ich mir sicher, dass die Kinderstube, die ich in meinem Elternhaus genoß, einen bedeutenden Einfluß auf meine seelische Standhaftigkeit und Entschlossenheit hatte, insbesondere in kritischen Situationen.
Meine Eltern haben meinen Bruder und mich mit viel Liebe und menschlichen Werten erzogen, die ich in mein Leben mitgenommen habe. In Augenblicken tiefster Not und Lebensgefahr erwachten verborgene Kräfte, die meine Sinne schärften und mein Leben retteten. Ich glaube fest daran, dass menschliche Werte, die im Elternhaus vermittelt werden, einen Menschen immer begleiten und sich zu Grundsätzen formen, mit denen ein junger Mensch selbstständig ins Leben gehen kann. Hätte ich diese Grundsätze nicht erworben, hätten mich auch pures Glück und gelegentlicher Zufall nicht retten können.
Als einziger Überlebender der Familie fühlte ich mich moralisch verpflichtet, das Schicksal meiner Familie, ihr Leben vor dem Krieg und im Laufe des Zweiten Weltkriegs bis zu ihrem tragischen Tod schriftlich zu verewigen.
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Aus dem Vorwort des Autors: Erinnerungen zum ewigen Gedenken
Jahrelang beschäftigte mich der Gedanke, das traurige Schicksal meiner Familie, die im Holocaust ermordet wurde, schriftlich zu dokumentieren. Fast mein ganzes Leben lang versuchte ich jedoch, die traurige Vergangenheit zu verdrängen und hütete mich davor, die Jahre der Leiden und Tränen wieder aufleben zu lassen. Selten erzählte ich von den Geschehnissen der Kriegszeit. Erst 2009 konnte ich besuchsweise in das Land zurückkehren, in dem der Tod hauste und Ströme jüdischen Blutes diese Erde überschwemmten. Erst 67 Jahre später war ich imstande, vor dem Massengrab in Belec zu stehen (Foto S. 7), in dem meine Eltern, mein Bruder und meine Tante zusammen mit Hunderttausenden jüdischer Opfer begraben liegen. Ich konnte dem Tod meiner Lieben nicht in die Augen schauen, für mich lebten sie weiter.
Nach Jahren tauchten des Öfteren lebendige Bilder der schrecklichen Kriegsjahre auf, die meinen Alltag überschatteten und mein Gemüt belasteten. Dann machte sich das Alter bemerkbar, ich war nicht mehr der Jüngste und fühlte bereits das Drängen der Zeit, die Geschichte meiner Familie doch endlich niederzuschreiben. Mein Leben lang verfolgt mich die Frage, wie ich den Krieg überlebt habe, woher die seelischen und körperlichen Kräfte stammten, die mir halfen, jahrelange Qualen zu ertragen. Für mein Überleben gibt es keine Erklärung, doch bin ich mir sicher, dass die Kinderstube, die ich in meinem Elternhaus genoß, einen bedeutenden Einfluß auf meine seelische Standhaftigkeit und Entschlossenheit hatte, insbesondere in kritischen Situationen.
Meine Eltern haben meinen Bruder und mich mit viel Liebe und menschlichen Werten erzogen, die ich in mein Leben mitgenommen habe. In Augenblicken tiefster Not und Lebensgefahr erwachten verborgene Kräfte, die meine Sinne schärften und mein Leben retteten. Ich glaube fest daran, dass menschliche Werte, die im Elternhaus vermittelt werden, einen Menschen immer begleiten und sich zu Grundsätzen formen, mit denen ein junger Mensch selbstständig ins Leben gehen kann. Hätte ich diese Grundsätze nicht erworben, hätten mich auch pures Glück und gelegentlicher Zufall nicht retten können.
Als einziger Überlebender der Familie fühlte ich mich moralisch verpflichtet, das Schicksal meiner Familie, ihr Leben vor dem Krieg und im Laufe des Zweiten Weltkriegs bis zu ihrem tragischen Tod schriftlich zu verewigen.
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Jahrelang beschäftigte mich der Gedanke, das traurige Schicksal meiner Familie, die im Holocaust ermordet wurde, schriftlich zu dokumentieren. Fast mein ganzes Leben lang versuchte ich jedoch, die traurige Vergangenheit zu verdrängen und hütete mich davor, die Jahre der Leiden und Tränen wieder aufleben zu lassen. Selten erzählte ich von den Geschehnissen der Kriegszeit. Erst 2009 konnte ich besuchsweise in das Land zurückkehren, in dem der Tod hauste und Ströme jüdischen Blutes diese Erde überschwemmten. Erst 67 Jahre später war ich imstande, vor dem Massengrab in Belec zu stehen (Foto S. 7), in dem meine Eltern, mein Bruder und meine Tante zusammen mit Hunderttausenden jüdischer Opfer begraben liegen. Ich konnte dem Tod meiner Lieben nicht in die Augen schauen, für mich lebten sie weiter.
Nach Jahren tauchten des Öfteren lebendige Bilder der schrecklichen Kriegsjahre auf, die meinen Alltag überschatteten und mein Gemüt belasteten. Dann machte sich das Alter bemerkbar, ich war nicht mehr der Jüngste und fühlte bereits das Drängen der Zeit, die Geschichte meiner Familie doch endlich niederzuschreiben. Mein Leben lang verfolgt mich die Frage, wie ich den Krieg überlebt habe, woher die seelischen und körperlichen Kräfte stammten, die mir halfen, jahrelange Qualen zu ertragen. Für mein Überleben gibt es keine Erklärung, doch bin ich mir sicher, dass die Kinderstube, die ich in meinem Elternhaus genoß, einen bedeutenden Einfluß auf meine seelische Standhaftigkeit und Entschlossenheit hatte, insbesondere in kritischen Situationen.
Meine Eltern haben meinen Bruder und mich mit viel Liebe und menschlichen Werten erzogen, die ich in mein Leben mitgenommen habe. In Augenblicken tiefster Not und Lebensgefahr erwachten verborgene Kräfte, die meine Sinne schärften und mein Leben retteten. Ich glaube fest daran, dass menschliche Werte, die im Elternhaus vermittelt werden, einen Menschen immer begleiten und sich zu Grundsätzen formen, mit denen ein junger Mensch selbstständig ins Leben gehen kann. Hätte ich diese Grundsätze nicht erworben, hätten mich auch pures Glück und gelegentlicher Zufall nicht retten können.
Als einziger Überlebender der Familie fühlte ich mich moralisch verpflichtet, das Schicksal meiner Familie, ihr Leben vor dem Krieg und im Laufe des Zweiten Weltkriegs bis zu ihrem tragischen Tod schriftlich zu verewigen.
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Über den Autor
Ich wurde am 1. Juni 1927 in Posen geboren. Mein Vater Hermann Steinitz war im Ersten Weltkrieg kriegsfreiwilliger Frontkämpfer und später Gymnasialprofessor für Deutsch, Englisch und Französisch am Schiller-Gymnasium in Posen. Meine Mutter Salomea war musisch interessiert und eine gute Hausfrau. Zusammen mit meinem jüngeren Bruder Rudolf hatte ich eine sehr schöne und behütete Kindheit.
1936 wurde mein Vater aufgrund der Nürnberger Gesetze entlassen. Kurz nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen begann für uns eine schreckliche Zeit der Demütigung und Verfolgung, Flucht und schließlich Internierung
im Krakauer Ghetto. Von dort wurden meine Eltern am und mein Bruder 1. Juni 1942 in das Vernichtungslager Belzec verschleppt und ermordet. Ich selbst überlebte verschiedene KZs und wurde im Alter von nicht einmal 18 Jahren am 3. Mai 1945 von der US Army befreit.
Bereits am 27. März 1946 landete ich in Erez Israel, im damals von den Briten verwalteten Palästina. Im Kibbuz Afikim bildete ich mich als Gemüsegärtner aus, um dann in unserem neugegründeten Kibbuz Buchenwald (Netzer Sereni)
die Leitung des Gemüsegartens zu übernehmen. Unsere Produkte waren hauptsächlich für den lokalen Markt bestimmt, außerdem versorgten wir die Kibbuzküche. In Afikim arbeitete ich in fast allen landschaftlichen Bereichen.
Am 20. Juni 1948 hatten wir also unseren eigenen neuen Kibbuz gegründet.
1936 wurde mein Vater aufgrund der Nürnberger Gesetze entlassen. Kurz nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen begann für uns eine schreckliche Zeit der Demütigung und Verfolgung, Flucht und schließlich Internierung
im Krakauer Ghetto. Von dort wurden meine Eltern am und mein Bruder 1. Juni 1942 in das Vernichtungslager Belzec verschleppt und ermordet. Ich selbst überlebte verschiedene KZs und wurde im Alter von nicht einmal 18 Jahren am 3. Mai 1945 von der US Army befreit.
Bereits am 27. März 1946 landete ich in Erez Israel, im damals von den Briten verwalteten Palästina. Im Kibbuz Afikim bildete ich mich als Gemüsegärtner aus, um dann in unserem neugegründeten Kibbuz Buchenwald (Netzer Sereni)
die Leitung des Gemüsegartens zu übernehmen. Unsere Produkte waren hauptsächlich für den lokalen Markt bestimmt, außerdem versorgten wir die Kibbuzküche. In Afikim arbeitete ich in fast allen landschaftlichen Bereichen.
Am 20. Juni 1948 hatten wir also unseren eigenen neuen Kibbuz gegründet.
Details
| Erscheinungsjahr: | 2026 |
|---|---|
| Genre: | Geisteswissenschaften, Geschichte, Kunst, Musik |
| Jahrhundert: | 20. Jahrhundert |
| Rubrik: | Geisteswissenschaften |
| Medium: | Taschenbuch |
| Inhalt: | 178 S. |
| ISBN-13: | 9783866285484 |
| ISBN-10: | 3866285485 |
| Sprache: | Deutsch |
| Einband: | Kartoniert / Broschiert |
| Autor: | Steinitz, Zwi Helmut |
| Redaktion: | Wiehn, Erhard Roy |
| Herausgeber: | Erhard Roy Wiehn |
| Auflage: | 2. Auflage |
| Hersteller: | Hartung-Gorre |
| Verantwortliche Person für die EU: | BoD - Books on Demand, In de Tarpen 42, D-22848 Norderstedt, info@bod.de |
| Maße: | 210 x 148 x 12 mm |
| Von/Mit: | Zwi Helmut Steinitz |
| Erscheinungsdatum: | 23.09.2026 |
| Gewicht: | 0,267 kg |