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Beschreibung
Dass es kindliche Sexualität gibt, ist eine Tatsache: Alle Menschen sind von Geburt an sexuelle Wesen. Allerdings ist kindliche Sexualität anders als die der Erwachsenen - wie wir seit der Begründung des Begriffs durch Sigmund Freud wissen. Kinder müssen auch in dieser Dimension ihrer Entwicklung vor Übergriffen und Gewalt geschützt werden - wie vor allem feministische Kämpfe seit den 1980er Jahren betonen. Die Missbrauchsskandale der letzten Jahrzehnte haben die Notwendigkeit des Kinderschutzes noch einmal unterstrichen.

Die Irrtümer, Kontroversen und Tabus, um die es in diesem Buch geht, beziehen sich auf die verschiedenen Vorschläge, wie denn Erwachsene mit kindlicher Sexualität vor diesem Hintergrund umgehen sollen: Schweigen, tabuisieren und verbieten? Oder fördern, unterstützen, ermuntern? Nacktheit und Spiele der Körpererkundung zulassen und ermöglichen oder begrenzen? Denn nicht zuletzt gilt: Zu einer wirksamen Prävention gehören selbstbewusste, in ihrem Körpergefühl sichere Kinder, die ihre Bedürfnisse kennen und artikulieren können.

Die Debatte um kindliche Sexualität steht mittlerweile im Visier eines Kulturkampfes von rechts, der sich generell gegen geschlechterpolitische Emanzipation von patriarchaler Gewalt richtet: Die AfD und ihr Umfeld führen seit einigen Jahren eine Kampagne gegen die angebliche 'Frühsexualisierung' und propagieren eine vermeintlich 'natürliche' kindliche Entwicklung, die nicht nur ohne Vielfalt ('Gender-Gaga'), sondern auch ohne Sexualität und Sexualpädagogik auskomme. Fachlich lässt sich das leicht widerlegen. Politisch handelt es sich jedoch um eine erfolgreiche Aneignung und Verkehrung originär feministischer Ziele, nämlich des Kampfes gegen die Sexualisierung von Körpern von Frauen und Kindern.

Das Buch widmet sich in drei Kapiteln der Frage, wie es dazu kommen konnte, dass rechte Akteure die Kritik an der Sexualisierung in ihren Kulturkampf übernehmen konnten, und wie die emanzipatorische Perspektive auf kindliche Sexualität wieder zurückgewonnen und weiterentwickelt werden könnte.

Im ersten Kapitel wird die aktuelle Kontroverse um sexuelle Bildung im frühkindlichen Alter analysiert: Was beabsichtigen die verschiedenen Konzepte, welches Verständnis von Körper, Bildung, Sexualität und Schutz vor Gewalt liegt jeweils zugrunde und: Warum würde eine Kampagne gegen 'Frühsexualisierung' im Falle ihres Erfolges eine Gefährdung der Kinder bedeuten?

Im zweiten Kapitel geht es um die wissenschaftlichen und politischen Kontroversen um kindliche Sexualität seit der Begründung des Begriffs durch die Psychoanalyse. Dabei wird gezeigt, dass das theoretische Fundament emanzipatorischer Praxis selbst nicht frei von Widersprüchen ist. Eine Weiterentwicklung ist nötig, damit der erneuten Tabuisierung kindlicher Sexualität etwas entgegengesetzt werden kann.

Im dritten Kapitel schließlich werden die aktuell gängigen 'Aufklärungsbücher' diskutiert. Während körperliche und sexuelle Vielfalt vermehrt erörtert werden, sind die Darstellungen nackter kindlicher Körper nahezu verschwunden: Eine aufklärerische Bildpolitik - neben einer altersgerechten Sprache ein wichtiger Teil emanzipatorischer sexueller Bildung - bleibt so auf der Strecke.
Dass es kindliche Sexualität gibt, ist eine Tatsache: Alle Menschen sind von Geburt an sexuelle Wesen. Allerdings ist kindliche Sexualität anders als die der Erwachsenen - wie wir seit der Begründung des Begriffs durch Sigmund Freud wissen. Kinder müssen auch in dieser Dimension ihrer Entwicklung vor Übergriffen und Gewalt geschützt werden - wie vor allem feministische Kämpfe seit den 1980er Jahren betonen. Die Missbrauchsskandale der letzten Jahrzehnte haben die Notwendigkeit des Kinderschutzes noch einmal unterstrichen.

Die Irrtümer, Kontroversen und Tabus, um die es in diesem Buch geht, beziehen sich auf die verschiedenen Vorschläge, wie denn Erwachsene mit kindlicher Sexualität vor diesem Hintergrund umgehen sollen: Schweigen, tabuisieren und verbieten? Oder fördern, unterstützen, ermuntern? Nacktheit und Spiele der Körpererkundung zulassen und ermöglichen oder begrenzen? Denn nicht zuletzt gilt: Zu einer wirksamen Prävention gehören selbstbewusste, in ihrem Körpergefühl sichere Kinder, die ihre Bedürfnisse kennen und artikulieren können.

Die Debatte um kindliche Sexualität steht mittlerweile im Visier eines Kulturkampfes von rechts, der sich generell gegen geschlechterpolitische Emanzipation von patriarchaler Gewalt richtet: Die AfD und ihr Umfeld führen seit einigen Jahren eine Kampagne gegen die angebliche 'Frühsexualisierung' und propagieren eine vermeintlich 'natürliche' kindliche Entwicklung, die nicht nur ohne Vielfalt ('Gender-Gaga'), sondern auch ohne Sexualität und Sexualpädagogik auskomme. Fachlich lässt sich das leicht widerlegen. Politisch handelt es sich jedoch um eine erfolgreiche Aneignung und Verkehrung originär feministischer Ziele, nämlich des Kampfes gegen die Sexualisierung von Körpern von Frauen und Kindern.

Das Buch widmet sich in drei Kapiteln der Frage, wie es dazu kommen konnte, dass rechte Akteure die Kritik an der Sexualisierung in ihren Kulturkampf übernehmen konnten, und wie die emanzipatorische Perspektive auf kindliche Sexualität wieder zurückgewonnen und weiterentwickelt werden könnte.

Im ersten Kapitel wird die aktuelle Kontroverse um sexuelle Bildung im frühkindlichen Alter analysiert: Was beabsichtigen die verschiedenen Konzepte, welches Verständnis von Körper, Bildung, Sexualität und Schutz vor Gewalt liegt jeweils zugrunde und: Warum würde eine Kampagne gegen 'Frühsexualisierung' im Falle ihres Erfolges eine Gefährdung der Kinder bedeuten?

Im zweiten Kapitel geht es um die wissenschaftlichen und politischen Kontroversen um kindliche Sexualität seit der Begründung des Begriffs durch die Psychoanalyse. Dabei wird gezeigt, dass das theoretische Fundament emanzipatorischer Praxis selbst nicht frei von Widersprüchen ist. Eine Weiterentwicklung ist nötig, damit der erneuten Tabuisierung kindlicher Sexualität etwas entgegengesetzt werden kann.

Im dritten Kapitel schließlich werden die aktuell gängigen 'Aufklärungsbücher' diskutiert. Während körperliche und sexuelle Vielfalt vermehrt erörtert werden, sind die Darstellungen nackter kindlicher Körper nahezu verschwunden: Eine aufklärerische Bildpolitik - neben einer altersgerechten Sprache ein wichtiger Teil emanzipatorischer sexueller Bildung - bleibt so auf der Strecke.
Über den Autor
Sebastian Schädler, geboren in Bochum 1964, seit 1986 in Berlin. Ab 2008 Professur mit den Schwerpunkten Medienpädagogik und Sexualpädagogik. Seit vielen Jahren in der Sexuellen Bildung von Kindern und Jugendlichen engagiert. Aktuell tätig in einem Projekt zur Sexuellen Bildung und Gewaltprävention in Kitas.
Beschäftigt sich privat, beruflich und politisch mit Kritik an Geschlechterklischees und Männlichkeiten in verschiedenen profeministischen Vereinen und Projekten, Männergruppen, Initiativen und Verbänden, u.a. im profamilia Bundesverband, Dissens e.V. und dem Familienplanungszentrum FPZ Berlin.
Details
Erscheinungsjahr: 2026
Fachbereich: Populäre Darstellungen
Genre: Politikwissenschaft & Soziologie, Recht, Sozialwissenschaften, Wirtschaft
Rubrik: Wissenschaften
Medium: Taschenbuch
Reihe: Sexual Politics
Inhalt: 160 S.
ISBN-13: 9783865057846
ISBN-10: 3865057845
Sprache: Deutsch
Einband: Kartoniert / Broschiert
Autor: Schädler, Sebastian
Hersteller: Bertz + Fischer
Verantwortliche Person für die EU: Bertz + Fischer GbR, Katrin Fischer, Franz-Mehring-Platz 1, D-10243 Berlin, kfischer@bertz-fischer.de
Abbildungen: ca. 30 Abbildungen
Von/Mit: Sebastian Schädler
Erscheinungsdatum: 05.11.2026
Artikel-ID: 136906854