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Die grausame Herrschaft der Römer (ab 64 v. Chr.), die moralische Allgewalt der Priester, die bittere Armut der Menschen bilden das Szenario, in das der Protagonist hineingeboren wird. Sein Name: Jesus, wie viele jüdische Jungen hießen. Seine Mutter, sehr jung und schweigsam, sein Vater Jahre älter, fürsorglich, ein Tischler. Um die Geburt des Jungen schwelt ein Geheimnis, das seine innere Unruhe anfacht; er ist sich selbst immer wieder fremd. Die Verwandten raunen, die Mutter könnte von Soldaten vergewaltigt worden sein. Sie verfolgt nun unausgesprochene Pläne für ihren Jungen, die über die handfesten Werte des Vaters - Bescheidenheit, Fleiß - hinausgehen, ihnen zu widersprechen scheinen. Schließlich verlässt der Vater die Familie. Und der Teenager verlässt die Mutter, schweren Herzens, geht auf Wanderschaft, sucht nach dem Vater und dem Leben. »Ich musste den von Menschen gespurten Weg verlassen - wäre das womöglich auch heute angebracht? -, mich von meiner Intuition querfeldein und durchs Dickicht leiten lassen, durch das Chaos der Vegetation, wo weder Gott noch Menschenhand je eingegriffen hatten und keinerlei Gesetz herrschte, kein niedergeschriebenes und auch kein mündlich weitergetragenes.«
Giosuè Calaciura bürstet bekannte Vorlagen gegen den Strich, formt daraus etwas vielseitig Schillerndes, wozu auch die halluzinatorische Kraft seiner Sprache beiträgt. Eine Geschichte mit großer Wucht, wie gemacht für unsere Zeit, da wir tagtäglich neuen Plagen, Katastrophen und Wahnsinn gegenüberstehen. Da wir die Zivilisationsdecke mit tausend kleinen Stichen und Bewegungen unseres Menschseins zusammenzuflicken suchen, gegen die hervorbrechende Rohheit.
»Ich baue darauf, dass die Lesenden (...) in meinem Jesus die Zweifel, die Wankelmütigkeit, die Hoffnungen, die Illusionen und Enttäuschungen wiedererkennen, wie sie uns allen gemein sind. Außerdem ist Jesus eine Figur, die aufgrund ihrer revolutionären Botschaft - den Letzten eine Stimme zu geben - aus meiner Sicht heute mehr denn je zu uns spricht, und das, politisch gesehen, auf unbequeme Weise. Ich glaube, dass wir eine solche Botschaft, auch abgesehen von ihren religiösen und rituellen Bedeutungsebenen, heute mehr brauchen denn je.« (Giosuè Calaciura in »Wie sehr die Schöpfung an Ungerechtigkeit krankt«, [...]
Die grausame Herrschaft der Römer (ab 64 v. Chr.), die moralische Allgewalt der Priester, die bittere Armut der Menschen bilden das Szenario, in das der Protagonist hineingeboren wird. Sein Name: Jesus, wie viele jüdische Jungen hießen. Seine Mutter, sehr jung und schweigsam, sein Vater Jahre älter, fürsorglich, ein Tischler. Um die Geburt des Jungen schwelt ein Geheimnis, das seine innere Unruhe anfacht; er ist sich selbst immer wieder fremd. Die Verwandten raunen, die Mutter könnte von Soldaten vergewaltigt worden sein. Sie verfolgt nun unausgesprochene Pläne für ihren Jungen, die über die handfesten Werte des Vaters - Bescheidenheit, Fleiß - hinausgehen, ihnen zu widersprechen scheinen. Schließlich verlässt der Vater die Familie. Und der Teenager verlässt die Mutter, schweren Herzens, geht auf Wanderschaft, sucht nach dem Vater und dem Leben. »Ich musste den von Menschen gespurten Weg verlassen - wäre das womöglich auch heute angebracht? -, mich von meiner Intuition querfeldein und durchs Dickicht leiten lassen, durch das Chaos der Vegetation, wo weder Gott noch Menschenhand je eingegriffen hatten und keinerlei Gesetz herrschte, kein niedergeschriebenes und auch kein mündlich weitergetragenes.«
Giosuè Calaciura bürstet bekannte Vorlagen gegen den Strich, formt daraus etwas vielseitig Schillerndes, wozu auch die halluzinatorische Kraft seiner Sprache beiträgt. Eine Geschichte mit großer Wucht, wie gemacht für unsere Zeit, da wir tagtäglich neuen Plagen, Katastrophen und Wahnsinn gegenüberstehen. Da wir die Zivilisationsdecke mit tausend kleinen Stichen und Bewegungen unseres Menschseins zusammenzuflicken suchen, gegen die hervorbrechende Rohheit.
»Ich baue darauf, dass die Lesenden (...) in meinem Jesus die Zweifel, die Wankelmütigkeit, die Hoffnungen, die Illusionen und Enttäuschungen wiedererkennen, wie sie uns allen gemein sind. Außerdem ist Jesus eine Figur, die aufgrund ihrer revolutionären Botschaft - den Letzten eine Stimme zu geben - aus meiner Sicht heute mehr denn je zu uns spricht, und das, politisch gesehen, auf unbequeme Weise. Ich glaube, dass wir eine solche Botschaft, auch abgesehen von ihren religiösen und rituellen Bedeutungsebenen, heute mehr brauchen denn je.« (Giosuè Calaciura in »Wie sehr die Schöpfung an Ungerechtigkeit krankt«, [...]
Judith Krieg bastelte schon als Kind gern kleine Text-Anthologien für ihre Freunde, als Jugendliche wanderte sie mit ihrer Familie nach Mailand aus. Beides, die Bücher und Italien, zogen sich weiter als roter Faden durch ihr Leben. Nach ihrem Studium der Germanistik, Romanistik und Publizistik (unter anderem in Bologna) arbeitete sie fast 10 Jahre bei Reclam und Cornelsen, bis sie den Sprung in die Selbstständigkeit als Literaturübersetzerin, Lektorin und Herausgeberin unternahm und schließlich bei der Edition Converso andockte, wo sie seit Anfang 2020 unter anderem für die Pressearbeit, Social Media und Veranstaltungsorganisation zuständig ist und der Verlegerin zur Seite steht. Judith Krieg übersetzte Autorinnen und Autoren wie Maria Attanasio, Simona Baldanzi, Antonella Lattanzi, Alessandro Leogrande, Edoardo Nesi, Mario Soldati, und arbeitete für die Berliner Buchhandlung Dante Connection. Für Reclam betreute sie zahlreiche Titel der Roten Reihe, u. a. eine Anthologie mit italienischen Erzählungen des 20. Jahrhunderts oder Bände zu Natalia Ginzburg und Michela Murgia; bei Wieser erschienen in der Reihe "Europa erlesen", in Zusammenarbeit mit Mario Desiati, Bände zu Apulien und zur Toskana, weitere sind in Planung. Im Büchermeer taucht sie beständig nach Perlen und versucht mit Leidenschaft, Leser*innen für lesenswerte Texte zu finden.
| Erscheinungsjahr: | 2024 |
|---|---|
| Genre: | Romane & Erzählungen |
| Rubrik: | Belletristik |
| Medium: | Taschenbuch |
| Originaltitel: | Io sono gesu |
| Inhalt: | 304 S. |
| ISBN-13: | 9783949558207 |
| ISBN-10: | 3949558209 |
| Sprache: | Deutsch |
| Ausstattung / Beilage: | Klappenbroschur |
| Einband: | Englische Broschur |
| Autor: | Calaciura, Giosuè |
| Übersetzung: | Krieg, Judith |
| Auflage: | 1. Auflage |
| Hersteller: | Edition CONVERSO |
| Verantwortliche Person für die EU: | MSB Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mbH, Andreas Rötzer, Großbeerenstr. 57a, D-10965 Berlin, info@matthes-seitz-berlin.de |
| Maße: | 22 x 121 x 213 mm |
| Von/Mit: | Giosuè Calaciura |
| Erscheinungsdatum: | 11.06.2024 |
| Gewicht: | 0,354 kg |