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Beschreibung
Glas ist ein paradoxes Material. Einerseits steht es exemplarisch für die Herstellung von Sichtbarkeiten. Brillengläser, Fenster, Spiegel, Lupen und Bildschirme gehören in dieser Weise zu unseren alltäglichen und beruflichen Welten: Sie eröffnen Blicke, skalieren Objekte, schützen Kostbarkeiten und präsentieren Wissen. Dabei werden Gläser in den Momenten, in denen sie sichtbar machen, selbst unsichtbar und leisten so Wahrnehmungstheorien Vorschub, die menschliches Sehen als natürliches Vermögen auffassen. Andererseits können die präsentierenden Eigenschaften des Glases auch mit Praktiken des Verbergens, Trennens oder Täuschens in Zusammenhang gebracht werden: Gläser werden schmutzig, spiegeln ihre Umgebung, blenden die Betrachter, verfärben, was dahinter zu sehen ist oder zerbrechen. In solchen Situationen wird Glas nicht nur als künstliches Material bemerkbar, sondern kann zugleich als ein Medium der Wissensproduktion verstanden werden. Hinzu kommt, dass sich Glas seit einer Weile schon aus seiner visuellen Vereinnahmung befreit hat, um eine Karriere als betastbare, wischbare Interaktionsfläche zu beginnen. Für Smartphones, Tablets oder Boards rücken 'andere' Vorzüge und Probleme des Glases in den Vordergrund: etwa Gewicht, Temperaturempfindlichkeit oder Kratzfestigkeit. Und nicht zuletzt tritt Glas in Geschichte und Gegenwart immer wieder in gesellschaftlich-politischen Kontexten auf: in der Verpackungsindustrie (Glasflaschen), in Zonen der Überwachung und Kontrolle (Kameraoptik), in städtischen Räumen (Schaufenster, Beleuchtungen) oder im privaten Umfeld (Aquarien, Vitrinen, Schmuck). Der vorliegende Band greift solche Perspektiven auf und versucht sie im Horizont zeitgenössischer Kultur- und Medienwissenschaften sowie der Kunst-, Architektur- und Wissenschaftsgeschichte fortzuschreiben. Seine Beiträge verstehen sich dementsprechend auch als Revisionen unserer Dingkulturen.
Glas ist ein paradoxes Material. Einerseits steht es exemplarisch für die Herstellung von Sichtbarkeiten. Brillengläser, Fenster, Spiegel, Lupen und Bildschirme gehören in dieser Weise zu unseren alltäglichen und beruflichen Welten: Sie eröffnen Blicke, skalieren Objekte, schützen Kostbarkeiten und präsentieren Wissen. Dabei werden Gläser in den Momenten, in denen sie sichtbar machen, selbst unsichtbar und leisten so Wahrnehmungstheorien Vorschub, die menschliches Sehen als natürliches Vermögen auffassen. Andererseits können die präsentierenden Eigenschaften des Glases auch mit Praktiken des Verbergens, Trennens oder Täuschens in Zusammenhang gebracht werden: Gläser werden schmutzig, spiegeln ihre Umgebung, blenden die Betrachter, verfärben, was dahinter zu sehen ist oder zerbrechen. In solchen Situationen wird Glas nicht nur als künstliches Material bemerkbar, sondern kann zugleich als ein Medium der Wissensproduktion verstanden werden. Hinzu kommt, dass sich Glas seit einer Weile schon aus seiner visuellen Vereinnahmung befreit hat, um eine Karriere als betastbare, wischbare Interaktionsfläche zu beginnen. Für Smartphones, Tablets oder Boards rücken 'andere' Vorzüge und Probleme des Glases in den Vordergrund: etwa Gewicht, Temperaturempfindlichkeit oder Kratzfestigkeit. Und nicht zuletzt tritt Glas in Geschichte und Gegenwart immer wieder in gesellschaftlich-politischen Kontexten auf: in der Verpackungsindustrie (Glasflaschen), in Zonen der Überwachung und Kontrolle (Kameraoptik), in städtischen Räumen (Schaufenster, Beleuchtungen) oder im privaten Umfeld (Aquarien, Vitrinen, Schmuck). Der vorliegende Band greift solche Perspektiven auf und versucht sie im Horizont zeitgenössischer Kultur- und Medienwissenschaften sowie der Kunst-, Architektur- und Wissenschaftsgeschichte fortzuschreiben. Seine Beiträge verstehen sich dementsprechend auch als Revisionen unserer Dingkulturen.
Zusammenfassung
Margarete Vöhringer ist Professorin für 'Materialität des Wissens' an der Georg-August Universität Göttingen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind 'Materialität und Ästhetik der Wissenschaften', aktuell mit einem Fokus auf die Wahrnehmungsforschung, sowie 'Künste im wissensgeschichtlichen Horizont', vor allem der modernen Kunst.
Christof Windgätter ist Professor für Geschichte, Theorie und Ästhetik materialer Kulturen an der Bauhaus-Universität in Weimar. Zuvor war er u.a. Research Fellow des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart und der Kulturabteilung der Stadt Wien; zudem Gastprofessor der Leuphana Universität Lüneburg (Institut für Kultur und Ästhetik Digitaler Medien) sowie Gastwissenschaftler der Hochschule der Künste in Bern. In seiner Lehre und Forschung beschäftigt er sich vor allem mit der Medien-, Design- und Wissensgeschichte vom 19. Jh. bis zur Gegenwart.
Details
Erscheinungsjahr: 2026
Fachbereich: Geisteswissenschaften allgemein
Genre: Geisteswissenschaften, Kunst, Musik
Rubrik: Geisteswissenschaften
Medium: Taschenbuch
Reihe: DesignWissen
Inhalt: 288 S.
ISBN-13: 9783865996015
ISBN-10: 3865996019
Sprache: Deutsch
Einband: Kartoniert / Broschiert
Redaktion: Vöhringer, Margarete
Windgätter, Christof
Herausgeber: Margarete Vöhringer/Christof Windgätter
Hersteller: Burckhardt, Wolfram
Kulturverlag Kadmos
Verantwortliche Person für die EU: Kulturverlag Kadmos, Waldenserstr. 2-4, D-10551 Berlin, info@kulturverlag-kadmos.de
Abbildungen: mit vielen farblichen Abbildungen
Maße: 150 x 230 x 19 mm
Von/Mit: Margarete Vöhringer (u. a.)
Erscheinungsdatum: 26.03.2026
Gewicht: 0,612 kg
Artikel-ID: 134864794

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