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Beschreibung
Der Übergang von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit und die Ablösung verschiedener Schriftsysteme bis zu ihrer Perfektion in der alphabetischen Schrift der Griechen bedeutet mehr als einen technologischen Wandel der Kommunikationsmedien. Die Abstraktionsleistung, die zur Erfindung der Schrift, besonders der phonetischen, nötig ist, hat bestimmte soziale Voraussetzungen. Umgekehrt beschleunigt der tägliche Gebrauch der Schrift soziale Veränderungen, da der Kopf von der Mühe des Gedächtnisses befreit und für konzeptuelles Denken frei wird. Von den kulturellen Einbußen und Gewinnen, die die Vollendung der Schriftlichkeit mit sich bringt, ist die europäische Zivilisation geprägt: den Verlust an Unmittelbarkeit bei der Ablösung der mündlichen Rede durch die schriftliche Aufzeichnung hat bereits Plato beklagt; das Bewahren und damit Veralten der fixierten Texte läßt jedoch zugleich ein kritisches Bewußtsein entstehen und bezeichnet den Beginn der geschichtlichen Erfahrung, die das Vergangene vom Gegenwärtigen zu scheiden weiß.
Der Übergang von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit und die Ablösung verschiedener Schriftsysteme bis zu ihrer Perfektion in der alphabetischen Schrift der Griechen bedeutet mehr als einen technologischen Wandel der Kommunikationsmedien. Die Abstraktionsleistung, die zur Erfindung der Schrift, besonders der phonetischen, nötig ist, hat bestimmte soziale Voraussetzungen. Umgekehrt beschleunigt der tägliche Gebrauch der Schrift soziale Veränderungen, da der Kopf von der Mühe des Gedächtnisses befreit und für konzeptuelles Denken frei wird. Von den kulturellen Einbußen und Gewinnen, die die Vollendung der Schriftlichkeit mit sich bringt, ist die europäische Zivilisation geprägt: den Verlust an Unmittelbarkeit bei der Ablösung der mündlichen Rede durch die schriftliche Aufzeichnung hat bereits Plato beklagt; das Bewahren und damit Veralten der fixierten Texte läßt jedoch zugleich ein kritisches Bewußtsein entstehen und bezeichnet den Beginn der geschichtlichen Erfahrung, die das Vergangene vom Gegenwärtigen zu scheiden weiß.
Über den Autor
Eva Horn wurde 1965 in Frankfurt am Main geboren. Nach ihrer Habitilation an der Europa-Universität Viadrina wurde sie an die Universität Basel berufen. Seit 2009 ist sie Professorin für Neuere deutsche Literatur am Institut für Germanistik der Universität Wien.
Inhaltsverzeichnis
Schlaffer, Heinz: Einleitung. Goody, Jack: Funktionen der Schrift in traditionalen Gesellschaften. Goody, Jack: _. Watt, Ian: Konsequenzen der Literalität. Gough, Kathleen: Implikationen der Literalität im traditionalen China und Indien.
Details
Erscheinungsjahr: 1986
Genre: Geisteswissenschaften, Geschichte, Kunst, Musik
Rubrik: Geisteswissenschaften
Medium: Taschenbuch
Reihe: suhrkamp taschenbuch wissenschaft
Inhalt: 162 S.
ISBN-13: 9783518282007
ISBN-10: 351828200X
Sprache: Deutsch
Einband: Kartoniert / Broschiert
Autor: Goody, Jack
Watt, Ian
Gough, Kathleen
Übersetzung: Herborth, Friedhelm
Auflage: 4. Auflage
Hersteller: Suhrkamp
suhrkamp taschenbuch wissenschaft
Verantwortliche Person für die EU: Suhrkamp Verlag GmbH, Torstr. 44, D-10119 Berlin, info@suhrkamp.de
Maße: 177 x 108 x 12 mm
Von/Mit: Jack Goody (u. a.)
Erscheinungsdatum: 30.06.1986
Gewicht: 0,15 kg
Artikel-ID: 107762054