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Beschreibung
Jetzt, da es dunkel war, zerrte die Müdigkeit unsagbar stark an mir. Ich wollte fliehen, doch die Wände hielten mich zurück. Die Enge war bezwingend, die Ausweglosigkeit besiegend. Im Schlaf konnte ich ihnen entkommen, Zeit ohne Gedanken verbringen. Langsam streckte ich mich auf dem Boden aus, wartete, bis sich Emma, Luki und Taube an mich gekuschelt hatten und langsam zur Ruhe gekommen waren, ehe ich die Augen schloss. Doch der Schlaf kam nicht. Weder zu mir noch zu den anderen. Nach einiger Zeit begann Taube wieder, zu weinen. Ich hörte es nicht, spürte nur das sanfte Zittern ihres Körpers. »Ich vermisse Tobias«, flüsterte sie kläglich.»Erzähl uns noch eine Geschichte«, flehte Emma mich an, doch so gerne ich uns auf andere Gedanken bringen wollte, ich wusste keine [...] begann ich schließlich einfach, von unseren Eltern zu erzählen und von unserem Leben, welches so weit entfernt war, dass es mir erschien wie ein undeutlicher Traum. Ich erzählte Dinge, an welche ich, ehrlich gesagt, schon lange nicht mehr gedacht hatte, geschweige denn davon erzählt hatte. Wahrscheinlich war das meiste davon auch falsch und ich brachte vieles durcheinander und es war nur in meiner Erinnerung so geschehen, doch wir waren alle viel zu müde und ängstlich, und die Gefühle, die in den Dingen steckten, welche ich erzählte, stimmten und nur darum ging es mir. Bald erzählte ich auch Dinge von vor der plötzlichen Veränderung, von einem Leben, welches sie nicht kennenlernen durften. Als es noch Pflanzen, Autos und einige Tiere gegeben hatte.Irgendwann versiegten Taubes Tränen und alle drei atmeten ruhiger. Die ganze Zeit, während ich redete, wusste ich nicht, ob sie eingeschlafen waren oder einfach nur zuhörten, bis ich mich schließlich traute, zu fragen, und keine Antworten mehr bekam. In Erwartung, dass sie bald wieder anfangen würden, zu husten, blieb ich neben ihnen sitzen, während die an die Oberfläche gekommenen Erinnerungen weiterhin durch meinen Kopf tobten und langsam zu Oliver wanderten, um nicht an Tobias zu denken.
Jetzt, da es dunkel war, zerrte die Müdigkeit unsagbar stark an mir. Ich wollte fliehen, doch die Wände hielten mich zurück. Die Enge war bezwingend, die Ausweglosigkeit besiegend. Im Schlaf konnte ich ihnen entkommen, Zeit ohne Gedanken verbringen. Langsam streckte ich mich auf dem Boden aus, wartete, bis sich Emma, Luki und Taube an mich gekuschelt hatten und langsam zur Ruhe gekommen waren, ehe ich die Augen schloss. Doch der Schlaf kam nicht. Weder zu mir noch zu den anderen. Nach einiger Zeit begann Taube wieder, zu weinen. Ich hörte es nicht, spürte nur das sanfte Zittern ihres Körpers. »Ich vermisse Tobias«, flüsterte sie kläglich.»Erzähl uns noch eine Geschichte«, flehte Emma mich an, doch so gerne ich uns auf andere Gedanken bringen wollte, ich wusste keine [...] begann ich schließlich einfach, von unseren Eltern zu erzählen und von unserem Leben, welches so weit entfernt war, dass es mir erschien wie ein undeutlicher Traum. Ich erzählte Dinge, an welche ich, ehrlich gesagt, schon lange nicht mehr gedacht hatte, geschweige denn davon erzählt hatte. Wahrscheinlich war das meiste davon auch falsch und ich brachte vieles durcheinander und es war nur in meiner Erinnerung so geschehen, doch wir waren alle viel zu müde und ängstlich, und die Gefühle, die in den Dingen steckten, welche ich erzählte, stimmten und nur darum ging es mir. Bald erzählte ich auch Dinge von vor der plötzlichen Veränderung, von einem Leben, welches sie nicht kennenlernen durften. Als es noch Pflanzen, Autos und einige Tiere gegeben hatte.Irgendwann versiegten Taubes Tränen und alle drei atmeten ruhiger. Die ganze Zeit, während ich redete, wusste ich nicht, ob sie eingeschlafen waren oder einfach nur zuhörten, bis ich mich schließlich traute, zu fragen, und keine Antworten mehr bekam. In Erwartung, dass sie bald wieder anfangen würden, zu husten, blieb ich neben ihnen sitzen, während die an die Oberfläche gekommenen Erinnerungen weiterhin durch meinen Kopf tobten und langsam zu Oliver wanderten, um nicht an Tobias zu denken.
Details
Empfohlen (von): 14
Erscheinungsjahr: 2020
Genre: Belletristik, Romane & Erzählungen
Rubrik: Belletristik
Medium: Buch
Inhalt: 628 S.
ISBN-13: 9783954611607
ISBN-10: 3954611600
Sprache: Deutsch
Einband: Englische Broschur
Autor: Wanke, Lena
Hersteller: Lektora GmbH
Verantwortliche Person für die EU: Lektora GmbH, Karsten Strack, Schildern 17-19, D-33098 Paderborn, info@lektora.de
Maße: 190 x 120 x 45 mm
Von/Mit: Lena Wanke
Erscheinungsdatum: 10.09.2020
Gewicht: 0,595 kg
Artikel-ID: 118950623

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