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Beschreibung
Herman Melvilles "Omoo" (1847), die lose Fortsetzung von "Typee", führt den Ich-Erzähler aus den Tälern der Marquesas auf ein heruntergekommenes Walfangschiff und weiter nach Tahiti und Moorea. Zwischen Abenteuerbericht, ethnographischer Beobachtung und satirischem Reisebild entfaltet der Roman eine scharfsinnige Darstellung kolonialer Begegnungen, missionarischer Eingriffe und maritimer Arbeitswelten. Melvilles Stil verbindet anschauliche Seefahrersprache mit ironischer Reflexion; im literarischen Kontext der amerikanischen Südseeliteratur des 19. Jahrhunderts unterläuft er exotistische Erwartungen, indem er Macht, Handel und Moral kritisch sichtbar macht. Melville schöpfte aus eigener Erfahrung: Als junger Mann fuhr er auf Walfängern, desertierte zeitweise im Pazifik und lernte die sozialen Hierarchien an Bord ebenso kennen wie die Ambivalenzen europäischer Präsenz in Polynesien. Diese biographische Nähe verleiht "Omoo" seine dokumentarische Energie, ohne es auf bloße Erinnerung zu reduzieren. Der spätere Autor von "Moby-Dick" erprobt hier bereits jene Spannung zwischen Erlebnis, philosophischer Skepsis und erzählerischer Maskierung, die sein Werk prägen sollte. Empfohlen sei "Omoo" Lesern, die historische Abenteuerliteratur nicht nur als Flucht in die Ferne, sondern als Analyse kultureller Kontakte verstehen. Das Buch bietet lebendige Handlung, humorvolle Episoden und zugleich ein überraschend modernes Bewusstsein für koloniale Verwerfungen.
Herman Melvilles "Omoo" (1847), die lose Fortsetzung von "Typee", führt den Ich-Erzähler aus den Tälern der Marquesas auf ein heruntergekommenes Walfangschiff und weiter nach Tahiti und Moorea. Zwischen Abenteuerbericht, ethnographischer Beobachtung und satirischem Reisebild entfaltet der Roman eine scharfsinnige Darstellung kolonialer Begegnungen, missionarischer Eingriffe und maritimer Arbeitswelten. Melvilles Stil verbindet anschauliche Seefahrersprache mit ironischer Reflexion; im literarischen Kontext der amerikanischen Südseeliteratur des 19. Jahrhunderts unterläuft er exotistische Erwartungen, indem er Macht, Handel und Moral kritisch sichtbar macht. Melville schöpfte aus eigener Erfahrung: Als junger Mann fuhr er auf Walfängern, desertierte zeitweise im Pazifik und lernte die sozialen Hierarchien an Bord ebenso kennen wie die Ambivalenzen europäischer Präsenz in Polynesien. Diese biographische Nähe verleiht "Omoo" seine dokumentarische Energie, ohne es auf bloße Erinnerung zu reduzieren. Der spätere Autor von "Moby-Dick" erprobt hier bereits jene Spannung zwischen Erlebnis, philosophischer Skepsis und erzählerischer Maskierung, die sein Werk prägen sollte. Empfohlen sei "Omoo" Lesern, die historische Abenteuerliteratur nicht nur als Flucht in die Ferne, sondern als Analyse kultureller Kontakte verstehen. Das Buch bietet lebendige Handlung, humorvolle Episoden und zugleich ein überraschend modernes Bewusstsein für koloniale Verwerfungen.
Details
Erscheinungsjahr: 2022
Genre: Romane & Erzählungen
Rubrik: Belletristik
Medium: Taschenbuch
Titelzusatz: Südsee-Abenteuer zwischen Walfangschiff, Tahiti und Moorea - ein Seefahrerroman über Kolonialkritik und polynesische Kultur
Inhalt: 180 S.
ISBN-13: 9788027362103
ISBN-10: 8027362105
Sprache: Deutsch
Einband: Kartoniert / Broschiert
Autor: Melville, Herman
Hersteller: e-artnow
Verantwortliche Person für die EU: e-artnow s.r.o., Za Sidlistem 22, ?-143 00 Prague, kristoferpaetau@gmail.com
Maße: 10 x 152 x 229 mm
Von/Mit: Herman Melville
Erscheinungsdatum: 17.12.2022
Gewicht: 0,251 kg
Artikel-ID: 126416177