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Beschreibung
Oblomow (1859) entfaltet anhand des Petersburger Gutsbesitzers Ilja Iljitsch Oblomow eine präzise Studie gesellschaftlicher Erstarrung im Russland vor den Reformen Alexanders II. Zwischen Zimmer, Schlafrock und versäumten Briefen verdichtet Gontscharow Trägheit zur kulturkritischen Kategorie: Oblomowka, das verlorene Landgut der Kindheit, wird zum Mythos einer patriarchalen Ordnung. Der Stil verbindet realistische Detailkunst, komische Dialogführung und psychologische Analyse; im Kontext des russischen Romans steht das Werk zwischen Gogols Satire und Turgenjews Generationendiagnosen. Iwan Alexandrowitsch Gontscharow, 1812 in Simbirsk geboren und als Beamter sowie Weltreisender mit administrativer Praxis vertraut, kannte die Milieus von Adel, Bürokratie und städtischer Intelligenz aus eigener Anschauung. Seine langsame, auf Genauigkeit bedachte Arbeitsweise spiegelt sich in der kompositorischen Geduld des Romans. Die Erfahrungen einer Epoche, in der Leibeigenschaft, Reformdruck und westliche Effizienzideale aufeinanderstießen, erklären die Schärfe, mit der er Oblomows Passivität und Stolz' Aktivismus gegeneinanderstellt. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die Literatur nicht nur als Handlung, sondern als Erkenntnisinstrument lesen wollen. Oblomow ist zugleich zärtliche Charakterstudie, soziale Diagnose und philosophische Frage nach Freiheit, Gewohnheit und versäumtem Leben. Wer die Moderne in ihrem russischen Ursprung verstehen möchte, findet hier einen unverzichtbaren Schlüsseltext.
Oblomow (1859) entfaltet anhand des Petersburger Gutsbesitzers Ilja Iljitsch Oblomow eine präzise Studie gesellschaftlicher Erstarrung im Russland vor den Reformen Alexanders II. Zwischen Zimmer, Schlafrock und versäumten Briefen verdichtet Gontscharow Trägheit zur kulturkritischen Kategorie: Oblomowka, das verlorene Landgut der Kindheit, wird zum Mythos einer patriarchalen Ordnung. Der Stil verbindet realistische Detailkunst, komische Dialogführung und psychologische Analyse; im Kontext des russischen Romans steht das Werk zwischen Gogols Satire und Turgenjews Generationendiagnosen. Iwan Alexandrowitsch Gontscharow, 1812 in Simbirsk geboren und als Beamter sowie Weltreisender mit administrativer Praxis vertraut, kannte die Milieus von Adel, Bürokratie und städtischer Intelligenz aus eigener Anschauung. Seine langsame, auf Genauigkeit bedachte Arbeitsweise spiegelt sich in der kompositorischen Geduld des Romans. Die Erfahrungen einer Epoche, in der Leibeigenschaft, Reformdruck und westliche Effizienzideale aufeinanderstießen, erklären die Schärfe, mit der er Oblomows Passivität und Stolz' Aktivismus gegeneinanderstellt. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die Literatur nicht nur als Handlung, sondern als Erkenntnisinstrument lesen wollen. Oblomow ist zugleich zärtliche Charakterstudie, soziale Diagnose und philosophische Frage nach Freiheit, Gewohnheit und versäumtem Leben. Wer die Moderne in ihrem russischen Ursprung verstehen möchte, findet hier einen unverzichtbaren Schlüsseltext.
Details
| Erscheinungsjahr: | 2022 |
|---|---|
| Genre: | Romane & Erzählungen |
| Rubrik: | Belletristik |
| Medium: | Taschenbuch |
| Inhalt: | 320 S. |
| ISBN-13: | 9788027253838 |
| ISBN-10: | 8027253837 |
| Sprache: | Deutsch |
| Einband: | Kartoniert / Broschiert |
| Autor: | Gontscharow, Iwan Alexandrowitsch |
| Hersteller: | Musaicum Books |
| Verantwortliche Person für die EU: | OK Publishing s.r.o., 20a, Kosíre, Zahradníckova 1220, ?-150 00 Prague, obrody@gmail.com |
| Maße: | 229 x 152 x 17 mm |
| Von/Mit: | Iwan Alexandrowitsch Gontscharow |
| Erscheinungsdatum: | 04.12.2022 |
| Gewicht: | 0,446 kg |