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Beschreibung
Die Hermeneutik wurzelt in den Anfangen abendländischer Geistesgeschichte. Die Botschaften der Götter mußten ausgelegt und in eine fur den Menschen verständliche Sprache übersetzt werden. Unverständliche bzw. schwer ver­ ständliche Botschaften oder Texte sollten mit Hilfe der Hermeneutik erschlos­ sen werden, die zu diesem Zweck eigene Methoden und Techniken des Ver­ stehens entwickelt hat. Schleiermacher entwickelte als erster aus der Analyse des Verstehens systematisch eine allgemeine Hermeneutik: Entsprechend dem Ineinander eines allgemeinen (Sprache) und eines individuellen Faktors (Denken) sind in jeder Rede im Verstehen die beiden Momente grammatischer und psychologischer Interpretation zu unterscheiden. Das Verstehen ist nach Schleiermacher (1977) die Umkehrung des Aktes geistiger Produktion, hat divinatorischen Charakter und zielt auf die Beziehung von Autor und Werk. Es gilt, "die Rede ebenso gut und dann besser zu verstehen als ihr Urheber". Schleiermachers Hermeneutik bedeutet wegen ihrer Begründung des Verstehens auf das Gespräch und die zwischenmenschliche Verständigung schlechthin eine "Tief erlegung der Fundamente" (Gadamer 1974), die zugleich die Errichtung eines auf hermeneutischer Basis begründeten Wissenschaftssystems gestattete. Die Hermeneutik wurde zur Grundlage fur alle historischen Wissenschaften. In der Nachfolge Schleiermachers verdient insbesondere Dilthey (1959) Erwähnung, dessen Überlegungen die Scheidung von Natur- und Geistes-(Kul­ tur)wissenschaften definierten und zur wissenschaftstheoretischen Begründung der Geisteswissenschaften fuhrten. Die Frage nach den Methoden von Natur­ und Geistes(Kultur)wissenschaften beantwortet Dilthey mit der zentralen Unterscheidung von Erklären und Verstehen: NaturwissenschaftlicheSachverhalte werden erklärt - geisteswissenschaftliche Sachverhalte können verstanden werden (vgl. Dilthey 1959, Bd. 5).
Die Hermeneutik wurzelt in den Anfangen abendländischer Geistesgeschichte. Die Botschaften der Götter mußten ausgelegt und in eine fur den Menschen verständliche Sprache übersetzt werden. Unverständliche bzw. schwer ver­ ständliche Botschaften oder Texte sollten mit Hilfe der Hermeneutik erschlos­ sen werden, die zu diesem Zweck eigene Methoden und Techniken des Ver­ stehens entwickelt hat. Schleiermacher entwickelte als erster aus der Analyse des Verstehens systematisch eine allgemeine Hermeneutik: Entsprechend dem Ineinander eines allgemeinen (Sprache) und eines individuellen Faktors (Denken) sind in jeder Rede im Verstehen die beiden Momente grammatischer und psychologischer Interpretation zu unterscheiden. Das Verstehen ist nach Schleiermacher (1977) die Umkehrung des Aktes geistiger Produktion, hat divinatorischen Charakter und zielt auf die Beziehung von Autor und Werk. Es gilt, "die Rede ebenso gut und dann besser zu verstehen als ihr Urheber". Schleiermachers Hermeneutik bedeutet wegen ihrer Begründung des Verstehens auf das Gespräch und die zwischenmenschliche Verständigung schlechthin eine "Tief erlegung der Fundamente" (Gadamer 1974), die zugleich die Errichtung eines auf hermeneutischer Basis begründeten Wissenschaftssystems gestattete. Die Hermeneutik wurde zur Grundlage fur alle historischen Wissenschaften. In der Nachfolge Schleiermachers verdient insbesondere Dilthey (1959) Erwähnung, dessen Überlegungen die Scheidung von Natur- und Geistes-(Kul­ tur)wissenschaften definierten und zur wissenschaftstheoretischen Begründung der Geisteswissenschaften fuhrten. Die Frage nach den Methoden von Natur­ und Geistes(Kultur)wissenschaften beantwortet Dilthey mit der zentralen Unterscheidung von Erklären und Verstehen: NaturwissenschaftlicheSachverhalte werden erklärt - geisteswissenschaftliche Sachverhalte können verstanden werden (vgl. Dilthey 1959, Bd. 5).
Über den Autor
Dr. Roswitha Heinze-Prause ist abgeordnete Lehrerin im Weiterbildungsstudiengang Kulturmanagement der Fern-Universität Hagen. Dr. Thomas Heinze ist Professor mit dem Lehrgebiet Methoden der Erziehungswissenschaft und Leiter des Weiterbildungsstudiengangs Kulturmanagement an der Fern-Universität Hagen.
Inhaltsverzeichnis
I Das Konzept der objektiven (strukturalen) Hermeneutik.- 1 Vorbemerkung.- 2 Grundannahmen der objektiven Hermeneutik.- 3 Bezugspunkte der objektiven Hermeneutik zu den Entwicklungstheorien des Subjekts.- 4 Das Verfahren der objektiven Hermeneutik als Kunstlehre.- 5 Das Kunstwerk als künstlerischer Text.- II Bild-Analyse "Grosses rotes Bild" (Emil Schumacher) Strukturale Analyse.- 1 Konstruktion von Lesarten und Paraphrase des künstlerischen Textes.- 2 Explikation des ästhetischen Objekts.- 3 Verallgemeinerung.- III Bild-Analyse "Der rote Baum" (Piet Mondrian) Strukturale Analyse.- 1 Konstruktion von Lesarten und Paraphrase des künstlerischen Textes.- 2 Explikation des ästhetischen Objekts.- IV Film-Analyse "M - eine Stadt sucht einen Mörder".- 1 Kontextwissen zum Film.- 2 Verschriftlichungsschema.- 3 Interesseleitende Fragestellungen.- 4 Sequenzanalyse.- 5 Abschließende Interpretation.- 6 Grenzen und Möglichkeiten der "objektiven Hermeneutik".- V Fernseh-Analyse.- 1 Kontext der Analyse und Erkenntnisinteresse.- 2 Analyse-Schema.- 3 "Die Schwarzwaldklinik" - Fallinterpretation.- 4 "Unsere Hagenbecks" - Fallinterpretation.- 5 Bezug zur Kritischen Medientheorie.- VI Literatur.
Details
Erscheinungsjahr: 1996
Fachbereich: Allgemeines
Genre: Recht, Sozialwissenschaften, Wirtschaft
Rubrik: Sozialwissenschaften
Medium: Taschenbuch
Inhalt: 187 S.
7 s/w Illustr.
187 S. 7 Abb.
ISBN-13: 9783531124995
ISBN-10: 3531124994
Sprache: Deutsch
Einband: Kartoniert / Broschiert
Autor: Heinze, Thomas
Heinze-Prause, Roswitha
Hersteller: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Verantwortliche Person für die EU: Springer VS in Springer Science + Business Media, Abraham-Lincoln-Str. 46, D-65189 Wiesbaden, juergen.hartmann@springer.com
Maße: 229 x 152 x 11 mm
Von/Mit: Thomas Heinze (u. a.)
Erscheinungsdatum: 01.02.1996
Gewicht: 0,287 kg
Artikel-ID: 102258545