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Beschreibung
Die Tatsache, daß es die deutsche Sprache war, in der die nationalsozialistische Vernichtungspolitik erdacht, propagiert und mit beispielloser Effizienz durchgeführt wurde, hat - nicht nur unter Überlebenden - nachhaltigen Zweifel daran geweckt, ob sie fortan noch als Medium poetischer Arbeit zu gebrauchen sei. Wenn das zentrale Moment poetischer Anstrengung darin bestand, "einer großen humanen Sache zu dienen" (W. Hildesheimer) - konnte dies möglich bleiben in einer Sprache, der jetzt die "Endlösung" unabtrennbar zugehörte? Wie deutschsprachige Autoren auf diese Herausforderung reagiert haben, steht im Mittelpunkt der in diesem Band versammelten Untersuchungen von Wissenschaftlern aus Israel, Deutschland und der Schweiz.
Die Tatsache, daß es die deutsche Sprache war, in der die nationalsozialistische Vernichtungspolitik erdacht, propagiert und mit beispielloser Effizienz durchgeführt wurde, hat - nicht nur unter Überlebenden - nachhaltigen Zweifel daran geweckt, ob sie fortan noch als Medium poetischer Arbeit zu gebrauchen sei. Wenn das zentrale Moment poetischer Anstrengung darin bestand, "einer großen humanen Sache zu dienen" (W. Hildesheimer) - konnte dies möglich bleiben in einer Sprache, der jetzt die "Endlösung" unabtrennbar zugehörte? Wie deutschsprachige Autoren auf diese Herausforderung reagiert haben, steht im Mittelpunkt der in diesem Band versammelten Untersuchungen von Wissenschaftlern aus Israel, Deutschland und der Schweiz.
Über den Autor
Dr. Stephan Braese ist Lehrbeauftragter an den Universitäten Hamburg und Bremen.
Zusammenfassung
Die Tatsache, daß es die deutsche Sprache war, in der die nationalsozialistische Vernichtungspolitik erdacht, propagiert und mit beispielloser Effizienz durchgeführt wurde, hat - nicht nur unter Überlebenden - nachhaltigen Zweifel daran geweckt, ob sie fortan noch als Medium poetischer Arbeit zu gebrauchen sei. Wenn das zentrale Moment poetischer Anstrengung darin bestand, "einer großen humanen Sache zu dienen" (W. Hildesheimer) - konnte dies möglich bleiben in einer Sprache, der jetzt die "Endlösung" unabtrennbar zugehörte? Wie deutschsprachige Autoren auf diese Herausforderung reagiert haben, steht im Mittelpunkt der in diesem Band versammelten Untersuchungen von Wissenschaftlern aus Israel, Deutschland und der Schweiz. Ihr Blick auf Werke von Irmgard Keun und Johannes Bobrowski, George Tabori und Alexander Kluge, aber auch auf jüngere Texte von Autoren wie Georges-Arthur Goldschmidt, Ruth Klüger, W. G. Sebald und Christoph Ransmayr verdeutlicht, in welchem Maß das Bewußtsein von einer "Sprache der Täter" poetische Arbeit - wenn auch meist abseits des literarischen Mainstreams - bis heute prägt.
Inhaltsverzeichnis
Einführung.- Der Holocaust im Geschichtsnarrativ - Über Variationen historischen Gedächtnisses.- Zum Begriff der Lyrik bei Adorno.- "Die anderen hier wollen 'wiederaufbauen'" - Irmgard Keun im Nachkriegs-Deutschland.- Verständigung und Selbstverständigung - Zur Prosa Johannes Bobrowskis.- Spiegelbilder der Zeit - Wolfgang Koeppen und Ruth Klüger.- Vom Erhabenen ins Groteske - George Taboris Die Kannibalen.- Shoah-Literatur: Weder Fiktion noch Dokument - Alexander Kluges Liebesversuch und Heimrad Bäckers nachschrift.- Kenntlichkeit und Schuld - Zur literarischen Jugendautobiographie Georges-Arthur Goldschmidts.- Die Treue zum Detail - W. G. Sebalds Die Ausgewanderten.- Eine deutsch-jüdische Stimme sucht Gehör - Zu Esther Dischereits Romanen, Hörspielen und Gedichten.- Der Wortlaut der Erinnerung - Christoph Ransmayrs Morbus Kitahara.- Über die Autorinnen und Autoren.
Details
Erscheinungsjahr: 1998
Fachbereich: Allgemeines
Genre: Recht, Sozialwissenschaften, Wirtschaft
Rubrik: Sozialwissenschaften
Medium: Taschenbuch
Inhalt: 257 S.
ISBN-13: 9783531131764
ISBN-10: 3531131761
Sprache: Deutsch
Einband: Kartoniert / Broschiert
Autor: Braese, Stephan
Redaktion: Braese, Stephan
Herausgeber: Stephan Braese
Hersteller: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Verantwortliche Person für die EU: Springer VS in Springer Science + Business Media, Abraham-Lincoln-Str. 46, D-65189 Wiesbaden, juergen.hartmann@springer.com
Maße: 210 x 148 x 15 mm
Von/Mit: Stephan Braese
Erscheinungsdatum: 17.04.1998
Gewicht: 0,346 kg
Artikel-ID: 106920595