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Beschreibung
Günter Brus' Kleine Narbenlehre ist eine Folge von acht bisher unpublizierten Fotografien, vom Künstler jeweils mit einem kurzen, prägnanten Text versehen. Die Bilder zeigen Günter Brus in den Tagen nach einer schweren Operation (1999), noch als Patient, seine Narben, seine diversen Verschlauchungen. Ausgehend von dieser Bildfolge versucht Christina Lammer in diesem Buch die Nahtstelle zwischen dem selbst-bestimmten Körper des Künstlers in seinen Aktionen der Sechziger- und Siebzigerjahre und seiner Fremdbestimmung im medizinischen Kontext eines Krankenhauses, in dem er operiert wurde, kenntlich zu machen. Betonte Brus in seinen Selbstbemalungen und -verletzungen die Mittellinie des eigenen Leibs, markiert fast vierzig Jahre später eine Narbe, die vom Brustbein bis zum Unterbauch reicht, als Spur einer Krebsoperation seinen Oberkörper. Zwei Strukturen werden inhaltlich in Beziehung zu einander gesetzt: Narben und Schläuche. Aktionsskizzen und -partituren des Wiener Aktionisten werden analysiert und mit Fotos der durchgeführten Aktionen verglichen, um Aussagen über die Körpersprache sowie die Konditionierung des eigenen Leibs zu treffen.
Günter Brus: 'Ich war zugleich ein Anderer, stellvertretend für Körperlichkeit allgemein.' In seinen selbst verletzenden Aktionen, die er nie bis zum letzten Extrem getrieben hat, wurde der Künstler immer nackter. Die Funktion des Striches wurde vom Schnitt übernommen. Ziel war nicht bloße Verletzung, sondern ästhetisches Verlangen. Körperflüssigkeiten gerannen zu Farbe. Blau gefärbter Urin. Das Rot des Bluts. Wie wird mit dem Skalpell gemalt? Aggressivität wird im positiven Sinne eingesetzt. die Zerreissprobe ist überstanden aus dem Bauch speicheln Drüsensekrete einige Fleischleibteile verschwanden nicht die 'Narbenlehre' verfasste Goethe (aus: Kleine Narbenlehre)
Günter Brus' Kleine Narbenlehre ist eine Folge von acht bisher unpublizierten Fotografien, vom Künstler jeweils mit einem kurzen, prägnanten Text versehen. Die Bilder zeigen Günter Brus in den Tagen nach einer schweren Operation (1999), noch als Patient, seine Narben, seine diversen Verschlauchungen. Ausgehend von dieser Bildfolge versucht Christina Lammer in diesem Buch die Nahtstelle zwischen dem selbst-bestimmten Körper des Künstlers in seinen Aktionen der Sechziger- und Siebzigerjahre und seiner Fremdbestimmung im medizinischen Kontext eines Krankenhauses, in dem er operiert wurde, kenntlich zu machen. Betonte Brus in seinen Selbstbemalungen und -verletzungen die Mittellinie des eigenen Leibs, markiert fast vierzig Jahre später eine Narbe, die vom Brustbein bis zum Unterbauch reicht, als Spur einer Krebsoperation seinen Oberkörper. Zwei Strukturen werden inhaltlich in Beziehung zu einander gesetzt: Narben und Schläuche. Aktionsskizzen und -partituren des Wiener Aktionisten werden analysiert und mit Fotos der durchgeführten Aktionen verglichen, um Aussagen über die Körpersprache sowie die Konditionierung des eigenen Leibs zu treffen.
Günter Brus: 'Ich war zugleich ein Anderer, stellvertretend für Körperlichkeit allgemein.' In seinen selbst verletzenden Aktionen, die er nie bis zum letzten Extrem getrieben hat, wurde der Künstler immer nackter. Die Funktion des Striches wurde vom Schnitt übernommen. Ziel war nicht bloße Verletzung, sondern ästhetisches Verlangen. Körperflüssigkeiten gerannen zu Farbe. Blau gefärbter Urin. Das Rot des Bluts. Wie wird mit dem Skalpell gemalt? Aggressivität wird im positiven Sinne eingesetzt. die Zerreissprobe ist überstanden aus dem Bauch speicheln Drüsensekrete einige Fleischleibteile verschwanden nicht die 'Narbenlehre' verfasste Goethe (aus: Kleine Narbenlehre)
Details
Erscheinungsjahr: 2005
Genre: Geisteswissenschaften, Kunst, Musik
Rubrik: Kunst & Musik
Thema: Bildende Kunst
Medium: Buch
Inhalt: 120 S.
30 s/w Illustr.
8 farbige Illustr.
ISBN-13: 9783854094272
ISBN-10: 3854094272
Sprache: Deutsch
Einband: Gebunden
Autor: Lammer, Christina/Brus, Günter
Hersteller: Löcker Verlag
Verantwortliche Person für die EU: Erhard Löcker gmbH, Der. Alexander Lellek, Annagasse 3A(21, A-1010 Wien, lverlag@loecker.at
Maße: 217 x 150 x 29 mm
Von/Mit: Christina/Brus, Günter Lammer
Erscheinungsdatum: 30.11.2005
Gewicht: 0,77 kg
Artikel-ID: 112265384

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