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Jenseits zeitgenössischer Bewertungen als alternativlosem »Erfolg« oder neoliberale »Abwicklung« wirft Marcus Böick erstmals einen zeithistorischen Blick auf den widersprüchlichen Auftrag des Wirtschaftsumbaus und rückt dessen Personal in den Fokus. An der Schnittstelle von Wirtschafts- und Kulturgeschichte zeichnet er mit präzisem Blick die zugrundeliegenden Ideen, den dynamischen Organisationsalltag und die facettenreichen Erfahrungen der Mitarbeiter nach, die die Transformation so maßgeblich wie unvorbereitet mitgestaltet haben.
Jenseits zeitgenössischer Bewertungen als alternativlosem »Erfolg« oder neoliberale »Abwicklung« wirft Marcus Böick erstmals einen zeithistorischen Blick auf den widersprüchlichen Auftrag des Wirtschaftsumbaus und rückt dessen Personal in den Fokus. An der Schnittstelle von Wirtschafts- und Kulturgeschichte zeichnet er mit präzisem Blick die zugrundeliegenden Ideen, den dynamischen Organisationsalltag und die facettenreichen Erfahrungen der Mitarbeiter nach, die die Transformation so maßgeblich wie unvorbereitet mitgestaltet haben.
1. Die zeitgenössische Debattenlandschaft
1.1 Journalistische Annäherungen: Enthüllung, Skandal und Abenteuer
1.2 Die Transformationsforschung: Aufträge, Deskription und Affirmation
2. Die Quellen: Jenseits des Treuhand-Archivs - Editionen, Medien, Interviews
2.1 Das Treuhand-Archiv: Eine Parabel
2.2 Editionen und Dokumentationen: Zwischen Zeitzeugnis und Artefakt
2.3 Die Treuhandanstalt im Blickfeld der Medienöffentlichkeit: Pressespiegel und Spiegelbilder
2.4 Erinnerungen und sozialwissenschaftliche Interviews: Individuelle Innenansichten
3. Die Methode: Die Treuhandanstalt als Gegenstand der Zeitgeschichte
3.1 Die Treuhandanstalt in der zeit- und wirtschaftshistorischen Forschung
3.2 Ansatzpunkte zu einer Historisierung: Debatten und Methoden
4. Das Sujet: Eine Arena des Übergangs
I. Ideen- und Konzeptgeschichte. Wege und Alternativen zum deutsch-deutschen Treuhand-Modell
1. Die Theorie: Die bundesdeutschen Wirtschaftswissenschaften und der Umbau der Planwirtschaft
1.1 »Wandel durch Abwendung«: Planspiele für einen DDR-Wirtschaftsumbau vor 1989
1.2 Der Doktorand und der Wirtschaftsminister: Bundesdeutsche Reformentwürfe
1.3 »Indifferenz wäre nicht angebracht«: Ökonomische Interventionen im Januar 1990
1.4 »Es geht um mehr als um Ökonomie«: Politik und Ökonomie im Grundsatzkonflikt
1.5 (K)eine Stunde der Ökonomen? Ost-westliche Annäherungsversuche
2. Die Wirtschaftsreform: Debatten innerhalb der DDR bis Februar 1990
2.1 »Eine Flut von Vorschlägen«: DDR-Reformdiskussionen ab November 1989
2.2 »Dieser Sozialismus muss reformierbar sein«: Konzeptionen der Modrow-Regierung
2.3 Streit um Wirtschaftsfragen: Reformdebatten am Runden Tisch bis Januar 1990
3. Das Wirtschaftswunder: Die Bonner Politik und die Überwindung der »Kommandowirtschaft«
3.1 Der Weg zum Wirtschaftswunder: Bonner Beamte auf Orientierungssuche
3.2 »Traumverbot« und »D-Mark-Nationalismus«: Gegenvorschläge der Opposition
3.3 »Penizillinspritze« oder »Totaloperation«? Die DDR-Regierung zu Besuch in Bonn
4. Die Angst: Das »Volkseigentum« und die Gründung der Treuhandanstalt
4.1 Verlustgefahr beim Volksvermögen: Treuhand-Holding und Treuhandbank
4.2 »Revolutionäre und Wessis in die Treuhand«: Gründung und Personaldebatten
5. Die Schocktherapie: Bonn und Ostberlin auf dem Weg zu Staatsvertrag und Treuhandgesetz
5.1 »Zeitmaschine in die Zukunft«: Die Verhandlungen zum ersten Staatsvertrag
5.2 »Der einzige Lösungsansatz, wenn richtig gemanagt«: Der Weg zum Gesetz
5.3 »Volksenteignung«? Das Treuhandgesetz in der Volkskammer
6. Die Treuhand: Ein unternehmerisches Sondermodell
II. Organisations- und Praxisgeschichte. Die Treuhandanstalt im Alltag des Wirtschaftsumbaus
1. »Erst das Leben, dann die Paragraphen«: Der Präsident vor der Volkskammer
2. Ein Heerlager im Dreißigjährigen Krieg: Die Ur-Treuhandanstalt bis Juni 1990
2.1 Kontexte: Im Windschatten der Politik
2.2 Praxis: Erfassung, Umwandlung und Beratung der DDR-Betriebe
2.3 Strategien: Ohne Literatur ans Werk?
2.4 Organisation: »Im Grunde keine Zeit«
2.5 Personalpolitik: Pragmatischer Realismus oder rote »Bonzen-Wirtschaft«?
2.6 »Basis für höhere Anforderungen«: Die Abschlussbilanz
3. Eine One-Man-Show als Intermezzo: Gohlke als erster Präsident
3.1 Kontexte: Die Suche nach dem neuen Präsidenten
3.2 Praxis: Liquiditätsengpässe und Krisenmanagement
3.3 Strategie: Das abrupte Ende der One-Man-Show
3.4 Organisation: Statuten und Vorschläge von außen
3.5 Personalpolitik: »Profis für die DDR« statt »Ruhekissen für Altkader«?
3.6 »Kapitalistisches Monopoly«: Die
| Erscheinungsjahr: | 2020 |
|---|---|
| Genre: | Politikwissenschaften, Recht, Sozialwissenschaften, Wirtschaft |
| Rubrik: | Wissenschaften |
| Medium: | Taschenbuch |
| Originaltitel: | Die Treuhand |
| Inhalt: | 766 S. |
| ISBN-13: | 9783518470916 |
| ISBN-10: | 3518470914 |
| Sprache: | Deutsch |
| Einband: | Kartoniert / Broschiert |
| Autor: | Böick, Marcus |
| Hersteller: |
Suhrkamp Verlag
Suhrkamp Verlag GmbH |
| Verantwortliche Person für die EU: | Suhrkamp Verlag GmbH, Torstr. 44, D-10119 Berlin, info@suhrkamp.de |
| Maße: | 211 x 132 x 45 mm |
| Von/Mit: | Marcus Böick |
| Erscheinungsdatum: | 15.09.2020 |
| Gewicht: | 0,645 kg |