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Beschreibung
Die Räuber lagen auf dem Schloßbergrasen in der Sonne und warteten auf den bleichen Kapitän. Winnetou kaute nachdenklich Gras.
Der bleiche Kapitän stieg langsam den Schloßberg herauf; er hatte ein schmutziges Karl-May-Buch ohne Einbanddeckel in der Hand. Eine Weile blickte er schweigend und gespannt auf die Räuber hinunter. "Was glaubt ihr, daß passiert ist? ... Das hätt ich niemals gedacht. Winnetou ist erschossen worden."
"Oh, halt doch's Maul."
"Da hockt er ja", sagte der Schreiber lachend und deutete auf Winnetou.
"Ich mein doch den wirklichen Winnetou in den Karl-May-Büchern", rief der bleiche Kapitän wütend.
"Winnetou ist tot?" fragte Winnetou leise. "Das ist nicht möglich. Wie soll denn das passiert sein?"
"No, ein paar hundert ... ich glaub, gegen fünfhundert Siouxindianer gegen Winnetou allein! Er ist halt in einer Höhle überrascht worden, die nur einen Ausgang hatte. Von sechzig bis siebzig Pfeilen ist er tödlich getroffen worden, weil die Feiglinge nur immerzu in die Höhle geschossen ham. Hinein hat sich ja keiner getraut."
"Ja, aber wo war denn Oldshatterhand derweil? Wie kennt er denn in so einem Augenblick nit da sein?" fragte Winnetou erregt.
Oldshatterhands Blicke und die aller andern Räuber waren auf den bleichen Kapitän geheftet.
"Das ist's ja! Der war grad gefangen. Er hat aber schon so was geahnt und hat sich befreit vom Marterpfahl ... Und dann hat er eine ganz unglaubliche Leistung vollbracht, sag ich euch ... Tag und Nacht ist er in einem fort geritten ... Er ist überhaupt schon nimmer geritten, sondern geflogen auf seinem 'Rih'. Und ist halt doch grad um ein paar Augenblick zu spät gekommen. In Oldshatterhands eigenen Armen ist Winnetou ein paar Minuten danach gestorben. Die letzten Worte Winnetous müßt ihr lesen ... Ich mag ja gar nix sagen ... Es heißt: Hundertmal hast du mir das Leben gerettet, mein roter Bruder Winnetou, und jetzt muß ich zu spät kommen ... Oldshatterhand hat sogar geweint."
Die Räuber saßen stumm, mit glänzenden Augen, die den Wilden Westen sahen, die Höhle, in der Winnetou verschieden war.
Oldshatterhand sah eine endlose Reihe wildbemalter Siouxindianer durch die sonnenfunkelnde Prärie galoppieren - aber am äußersten Ende, da, wo Prärie und Himmel sich berührten, stand die Räuberbande, ein kleiner, schwarzer Punkt - schußbereit.
"Da kann man jetzt nix mehr machen", sagte der bleiche Kapitän und reckte sich auf. "Aber fürchterliche Rache hat Oldshatterhand geschworen."
"Leih mir das Buch bis morgen", bat Winnetou.
Der bleiche Kapitän stieg langsam den Schloßberg herauf; er hatte ein schmutziges Karl-May-Buch ohne Einbanddeckel in der Hand. Eine Weile blickte er schweigend und gespannt auf die Räuber hinunter. "Was glaubt ihr, daß passiert ist? ... Das hätt ich niemals gedacht. Winnetou ist erschossen worden."
"Oh, halt doch's Maul."
"Da hockt er ja", sagte der Schreiber lachend und deutete auf Winnetou.
"Ich mein doch den wirklichen Winnetou in den Karl-May-Büchern", rief der bleiche Kapitän wütend.
"Winnetou ist tot?" fragte Winnetou leise. "Das ist nicht möglich. Wie soll denn das passiert sein?"
"No, ein paar hundert ... ich glaub, gegen fünfhundert Siouxindianer gegen Winnetou allein! Er ist halt in einer Höhle überrascht worden, die nur einen Ausgang hatte. Von sechzig bis siebzig Pfeilen ist er tödlich getroffen worden, weil die Feiglinge nur immerzu in die Höhle geschossen ham. Hinein hat sich ja keiner getraut."
"Ja, aber wo war denn Oldshatterhand derweil? Wie kennt er denn in so einem Augenblick nit da sein?" fragte Winnetou erregt.
Oldshatterhands Blicke und die aller andern Räuber waren auf den bleichen Kapitän geheftet.
"Das ist's ja! Der war grad gefangen. Er hat aber schon so was geahnt und hat sich befreit vom Marterpfahl ... Und dann hat er eine ganz unglaubliche Leistung vollbracht, sag ich euch ... Tag und Nacht ist er in einem fort geritten ... Er ist überhaupt schon nimmer geritten, sondern geflogen auf seinem 'Rih'. Und ist halt doch grad um ein paar Augenblick zu spät gekommen. In Oldshatterhands eigenen Armen ist Winnetou ein paar Minuten danach gestorben. Die letzten Worte Winnetous müßt ihr lesen ... Ich mag ja gar nix sagen ... Es heißt: Hundertmal hast du mir das Leben gerettet, mein roter Bruder Winnetou, und jetzt muß ich zu spät kommen ... Oldshatterhand hat sogar geweint."
Die Räuber saßen stumm, mit glänzenden Augen, die den Wilden Westen sahen, die Höhle, in der Winnetou verschieden war.
Oldshatterhand sah eine endlose Reihe wildbemalter Siouxindianer durch die sonnenfunkelnde Prärie galoppieren - aber am äußersten Ende, da, wo Prärie und Himmel sich berührten, stand die Räuberbande, ein kleiner, schwarzer Punkt - schußbereit.
"Da kann man jetzt nix mehr machen", sagte der bleiche Kapitän und reckte sich auf. "Aber fürchterliche Rache hat Oldshatterhand geschworen."
"Leih mir das Buch bis morgen", bat Winnetou.
Die Räuber lagen auf dem Schloßbergrasen in der Sonne und warteten auf den bleichen Kapitän. Winnetou kaute nachdenklich Gras.
Der bleiche Kapitän stieg langsam den Schloßberg herauf; er hatte ein schmutziges Karl-May-Buch ohne Einbanddeckel in der Hand. Eine Weile blickte er schweigend und gespannt auf die Räuber hinunter. "Was glaubt ihr, daß passiert ist? ... Das hätt ich niemals gedacht. Winnetou ist erschossen worden."
"Oh, halt doch's Maul."
"Da hockt er ja", sagte der Schreiber lachend und deutete auf Winnetou.
"Ich mein doch den wirklichen Winnetou in den Karl-May-Büchern", rief der bleiche Kapitän wütend.
"Winnetou ist tot?" fragte Winnetou leise. "Das ist nicht möglich. Wie soll denn das passiert sein?"
"No, ein paar hundert ... ich glaub, gegen fünfhundert Siouxindianer gegen Winnetou allein! Er ist halt in einer Höhle überrascht worden, die nur einen Ausgang hatte. Von sechzig bis siebzig Pfeilen ist er tödlich getroffen worden, weil die Feiglinge nur immerzu in die Höhle geschossen ham. Hinein hat sich ja keiner getraut."
"Ja, aber wo war denn Oldshatterhand derweil? Wie kennt er denn in so einem Augenblick nit da sein?" fragte Winnetou erregt.
Oldshatterhands Blicke und die aller andern Räuber waren auf den bleichen Kapitän geheftet.
"Das ist's ja! Der war grad gefangen. Er hat aber schon so was geahnt und hat sich befreit vom Marterpfahl ... Und dann hat er eine ganz unglaubliche Leistung vollbracht, sag ich euch ... Tag und Nacht ist er in einem fort geritten ... Er ist überhaupt schon nimmer geritten, sondern geflogen auf seinem 'Rih'. Und ist halt doch grad um ein paar Augenblick zu spät gekommen. In Oldshatterhands eigenen Armen ist Winnetou ein paar Minuten danach gestorben. Die letzten Worte Winnetous müßt ihr lesen ... Ich mag ja gar nix sagen ... Es heißt: Hundertmal hast du mir das Leben gerettet, mein roter Bruder Winnetou, und jetzt muß ich zu spät kommen ... Oldshatterhand hat sogar geweint."
Die Räuber saßen stumm, mit glänzenden Augen, die den Wilden Westen sahen, die Höhle, in der Winnetou verschieden war.
Oldshatterhand sah eine endlose Reihe wildbemalter Siouxindianer durch die sonnenfunkelnde Prärie galoppieren - aber am äußersten Ende, da, wo Prärie und Himmel sich berührten, stand die Räuberbande, ein kleiner, schwarzer Punkt - schußbereit.
"Da kann man jetzt nix mehr machen", sagte der bleiche Kapitän und reckte sich auf. "Aber fürchterliche Rache hat Oldshatterhand geschworen."
"Leih mir das Buch bis morgen", bat Winnetou.
Der bleiche Kapitän stieg langsam den Schloßberg herauf; er hatte ein schmutziges Karl-May-Buch ohne Einbanddeckel in der Hand. Eine Weile blickte er schweigend und gespannt auf die Räuber hinunter. "Was glaubt ihr, daß passiert ist? ... Das hätt ich niemals gedacht. Winnetou ist erschossen worden."
"Oh, halt doch's Maul."
"Da hockt er ja", sagte der Schreiber lachend und deutete auf Winnetou.
"Ich mein doch den wirklichen Winnetou in den Karl-May-Büchern", rief der bleiche Kapitän wütend.
"Winnetou ist tot?" fragte Winnetou leise. "Das ist nicht möglich. Wie soll denn das passiert sein?"
"No, ein paar hundert ... ich glaub, gegen fünfhundert Siouxindianer gegen Winnetou allein! Er ist halt in einer Höhle überrascht worden, die nur einen Ausgang hatte. Von sechzig bis siebzig Pfeilen ist er tödlich getroffen worden, weil die Feiglinge nur immerzu in die Höhle geschossen ham. Hinein hat sich ja keiner getraut."
"Ja, aber wo war denn Oldshatterhand derweil? Wie kennt er denn in so einem Augenblick nit da sein?" fragte Winnetou erregt.
Oldshatterhands Blicke und die aller andern Räuber waren auf den bleichen Kapitän geheftet.
"Das ist's ja! Der war grad gefangen. Er hat aber schon so was geahnt und hat sich befreit vom Marterpfahl ... Und dann hat er eine ganz unglaubliche Leistung vollbracht, sag ich euch ... Tag und Nacht ist er in einem fort geritten ... Er ist überhaupt schon nimmer geritten, sondern geflogen auf seinem 'Rih'. Und ist halt doch grad um ein paar Augenblick zu spät gekommen. In Oldshatterhands eigenen Armen ist Winnetou ein paar Minuten danach gestorben. Die letzten Worte Winnetous müßt ihr lesen ... Ich mag ja gar nix sagen ... Es heißt: Hundertmal hast du mir das Leben gerettet, mein roter Bruder Winnetou, und jetzt muß ich zu spät kommen ... Oldshatterhand hat sogar geweint."
Die Räuber saßen stumm, mit glänzenden Augen, die den Wilden Westen sahen, die Höhle, in der Winnetou verschieden war.
Oldshatterhand sah eine endlose Reihe wildbemalter Siouxindianer durch die sonnenfunkelnde Prärie galoppieren - aber am äußersten Ende, da, wo Prärie und Himmel sich berührten, stand die Räuberbande, ein kleiner, schwarzer Punkt - schußbereit.
"Da kann man jetzt nix mehr machen", sagte der bleiche Kapitän und reckte sich auf. "Aber fürchterliche Rache hat Oldshatterhand geschworen."
"Leih mir das Buch bis morgen", bat Winnetou.
Details
| Erscheinungsjahr: | 2016 |
|---|---|
| Genre: | Belletristik |
| Medium: | Buch |
| Inhalt: | 291 S. |
| ISBN-13: | 9783902950727 |
| ISBN-10: | 3902950722 |
| Sprache: | Deutsch |
| Einband: | Gebunden |
| Autor: | Frank, Leonhard |
| Hersteller: | Milena Verlag |
| Verantwortliche Person für die EU: | Milena Verlag, 1-2, Wickenburggasse 21, A-1080 Wien, office@milena-verlag.at |
| Maße: | 215 x 135 x 25 mm |
| Von/Mit: | Leonhard Frank |
| Erscheinungsdatum: | 18.02.2016 |
| Gewicht: | 0,456 kg |