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Beschreibung
Chronik von des zwanzigsten Jahrhunderts Beginn entwirft keine neutrale Geschichtserzählung, sondern eine satirisch geschärfte Bestandsaufnahme einer Epoche, deren Fortschrittsglaube bereits von moralischer Erschöpfung unterlaufen ist. Sternheim beobachtet bürgerliche Selbstinszenierung, ökonomische Interessen, kulturelle Posen und politische Nervosität mit knappem, pointiertem Zugriff. Der Stil verbindet chronikalische Distanz mit expressionistischer Zuspitzung; im literarischen Kontext der frühen Moderne steht das Buch neben jenen Texten, die den wilhelminischen Habitus als sprachliches und gesellschaftliches Symptom bloßlegen. Carl Sternheim, 1878 in Leipzig geboren und 1942 im Exil gestorben, war einer der schärfsten Diagnostiker des deutschen Bürgertums. Seine Dramen des Zyklus Aus dem bürgerlichen Heldenleben machten ihn berühmt als Autor, der die Grammatik sozialer Geltung durch Übertreibung, Verkürzung und präzise Komik demaskierte. Eigene Erfahrungen mit Wohlstand, Kunstmilieus, gesellschaftlicher Repräsentation und politischer Umbruchszeit dürften seinen Blick auf den Beginn des Jahrhunderts entscheidend geschult haben. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Literatur als Erkenntnisform ernst nehmen. Es bietet kein bequemes Panorama, sondern eine intellektuell anregende Lektüre über die Herkunft moderner Krisen. Wer Sternheims Sprachökonomie, seine Ironie und seine unbestechliche Beobachtungsgabe schätzt, findet hier einen Text, der historische Nähe und kritische Fremdheit produktiv vereint.
Chronik von des zwanzigsten Jahrhunderts Beginn entwirft keine neutrale Geschichtserzählung, sondern eine satirisch geschärfte Bestandsaufnahme einer Epoche, deren Fortschrittsglaube bereits von moralischer Erschöpfung unterlaufen ist. Sternheim beobachtet bürgerliche Selbstinszenierung, ökonomische Interessen, kulturelle Posen und politische Nervosität mit knappem, pointiertem Zugriff. Der Stil verbindet chronikalische Distanz mit expressionistischer Zuspitzung; im literarischen Kontext der frühen Moderne steht das Buch neben jenen Texten, die den wilhelminischen Habitus als sprachliches und gesellschaftliches Symptom bloßlegen. Carl Sternheim, 1878 in Leipzig geboren und 1942 im Exil gestorben, war einer der schärfsten Diagnostiker des deutschen Bürgertums. Seine Dramen des Zyklus Aus dem bürgerlichen Heldenleben machten ihn berühmt als Autor, der die Grammatik sozialer Geltung durch Übertreibung, Verkürzung und präzise Komik demaskierte. Eigene Erfahrungen mit Wohlstand, Kunstmilieus, gesellschaftlicher Repräsentation und politischer Umbruchszeit dürften seinen Blick auf den Beginn des Jahrhunderts entscheidend geschult haben. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Literatur als Erkenntnisform ernst nehmen. Es bietet kein bequemes Panorama, sondern eine intellektuell anregende Lektüre über die Herkunft moderner Krisen. Wer Sternheims Sprachökonomie, seine Ironie und seine unbestechliche Beobachtungsgabe schätzt, findet hier einen Text, der historische Nähe und kritische Fremdheit produktiv vereint.
Details
Erscheinungsjahr: 2022
Genre: Romane & Erzählungen
Rubrik: Belletristik
Medium: Taschenbuch
Inhalt: 152 S.
ISBN-13: 9788027250202
ISBN-10: 802725020X
Sprache: Deutsch
Einband: Kartoniert / Broschiert
Autor: Sternheim, Carl
Hersteller: Musaicum Books
Verantwortliche Person für die EU: OK Publishing s.r.o., 20a, Kosíre, Zahradníckova 1220, ?-150 00 Prague, obrody@gmail.com
Maße: 229 x 152 x 8 mm
Von/Mit: Carl Sternheim
Erscheinungsdatum: 04.12.2022
Gewicht: 0,212 kg
Artikel-ID: 126177943