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Beschreibung
Der Barock und die Antike - eine faszinierende Verbindung in der Kunstgeschichte, mit der sich die Forschung schon seit Jahrzehnten intensiv auseinandersetzt. Kaum überraschend steht im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Diskussionen das barocke Rom im 17. Jahrhundert mit seinen ebenso mächtigen wie kunstsinnigen Kardinälen und ihren berühmten Gemälde- und Skulpturensammlungen. Die päpstlichen Nepoten der Borghese und Ludovisi sind heute noch bekannt, da sie mit ihren ambitionierten Aufträgen an römische Künstler als auch Ankäufen antiker Skulpturen in ihrem herrschaftlichen Anspruch miteinander konkurrierten. In diesem Spannungsfeld unterschiedlicher Machtinteressen kann das Frühwerk Gianlorenzo Berninis, genauer gesagt die berühmten "Borghese-Figuren" von 1618-25, verortert werden. Ihre hohe künstlerische Bedeutung erlangten sie nicht nur durch ihre außergewöhnlichen skulpturalen Qualitäten, sondern ebenso durch ihren narrativen Ausdrucksgehalt, der sich auch in verschiedenen Ansichten visualisiert. Im Zentrum von Steffen Krämers wissenschaftlicher Studie steht deshalb die Frage nach Berninis Haupt- oder Mehransichtigkeit, die traditionell einen Streitpunkt in der internationalen Forschung darstellt. Sein Untersuchungsobjekt ist die sog. "Pluto-Gruppe" von 1621-22: eine aus drei Figuren zusammengesetzte Skulpturengruppe, die auf dramatische Weise die antike Mythologie vom Raub der Proserpina thematisiert. Durch einen weit gespannten Überblick - von der Skulptur des Manierismus über die römische Barockmalerei bis zur antiken Skulptur - gelingt dem Autor der Nachweis, dass sich der junge Bildhauer bei der Konzeption seiner Pluto-Gruppe an einer hellenistischen Skulpturengruppe orientiert hat. Damit basiert eine typisch barocke Dramaturgie auf der Skulptur der griechischen Antike, was eine neue Facette in der Antikenrezeption der Barockkunst eröffnet. Die Analogie zwischen Berninis Pluto-Gruppe und der hellenistischen Vorlage führt zudem direkt ins Zentrum der päpstlichen Macht im 17. Jahrhundert, da zwei der einflussreichsten Kardinalnepoten in den Schaffensprozess involviert waren. Indem der Autor diesen historischen Kontext aufdeckt, kann er die künstlerische Entwicklung von Berninis Frühwerk neu interpretieren. Dies ist ein Gewinn für das wissenschaftliche Verständnis der römischen Barockkunst im Seicento.
Der Barock und die Antike - eine faszinierende Verbindung in der Kunstgeschichte, mit der sich die Forschung schon seit Jahrzehnten intensiv auseinandersetzt. Kaum überraschend steht im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Diskussionen das barocke Rom im 17. Jahrhundert mit seinen ebenso mächtigen wie kunstsinnigen Kardinälen und ihren berühmten Gemälde- und Skulpturensammlungen. Die päpstlichen Nepoten der Borghese und Ludovisi sind heute noch bekannt, da sie mit ihren ambitionierten Aufträgen an römische Künstler als auch Ankäufen antiker Skulpturen in ihrem herrschaftlichen Anspruch miteinander konkurrierten. In diesem Spannungsfeld unterschiedlicher Machtinteressen kann das Frühwerk Gianlorenzo Berninis, genauer gesagt die berühmten "Borghese-Figuren" von 1618-25, verortert werden. Ihre hohe künstlerische Bedeutung erlangten sie nicht nur durch ihre außergewöhnlichen skulpturalen Qualitäten, sondern ebenso durch ihren narrativen Ausdrucksgehalt, der sich auch in verschiedenen Ansichten visualisiert. Im Zentrum von Steffen Krämers wissenschaftlicher Studie steht deshalb die Frage nach Berninis Haupt- oder Mehransichtigkeit, die traditionell einen Streitpunkt in der internationalen Forschung darstellt. Sein Untersuchungsobjekt ist die sog. "Pluto-Gruppe" von 1621-22: eine aus drei Figuren zusammengesetzte Skulpturengruppe, die auf dramatische Weise die antike Mythologie vom Raub der Proserpina thematisiert. Durch einen weit gespannten Überblick - von der Skulptur des Manierismus über die römische Barockmalerei bis zur antiken Skulptur - gelingt dem Autor der Nachweis, dass sich der junge Bildhauer bei der Konzeption seiner Pluto-Gruppe an einer hellenistischen Skulpturengruppe orientiert hat. Damit basiert eine typisch barocke Dramaturgie auf der Skulptur der griechischen Antike, was eine neue Facette in der Antikenrezeption der Barockkunst eröffnet. Die Analogie zwischen Berninis Pluto-Gruppe und der hellenistischen Vorlage führt zudem direkt ins Zentrum der päpstlichen Macht im 17. Jahrhundert, da zwei der einflussreichsten Kardinalnepoten in den Schaffensprozess involviert waren. Indem der Autor diesen historischen Kontext aufdeckt, kann er die künstlerische Entwicklung von Berninis Frühwerk neu interpretieren. Dies ist ein Gewinn für das wissenschaftliche Verständnis der römischen Barockkunst im Seicento.
Über den Autor
Prof. Dr. Steffen Krämer absolvierte ein Studium der Kunstgeschichte, Philosophie, Klassischen Archäologie und Vor- und Frühgeschichte an den Universitäten in Frankfurt, Heidelberg und München. Nach Promotion und Habilitation arbeitete er als wissenschaftlicher Dozent an den Universitäten in München, Trier, Karlsruhe und Salzburg sowie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Darüber hinaus war er mehrere Semester im Seniorenstudium der Universität München tätig. Seit 2011 ist er Gründer und Leiter der Winckelmann Akademie für Kunstgeschichte München und seit 2013 apl. Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Department Kunstwissenschaften. 2016 war er wissenschaftlicher Berater der 15. Internationalen Architekturbiennale in Venedig für das Projekt "Ideal Spaces".
Details
Erscheinungsjahr: 2026
Genre: Geisteswissenschaften, Geschichte, Kunst, Musik
Jahrhundert: Altertum
Rubrik: Geisteswissenschaften
Medium: Taschenbuch
Inhalt: 140 S.
7 farbige Illustr.
ISBN-13: 9783912508031
ISBN-10: 3912508038
Sprache: Deutsch
Einband: Kartoniert / Broschiert
Autor: Krämer, Steffen
Redaktion: Winckelmann Akademie für Kunstgeschichte München
Herausgeber: Winckelmann Akademie für Kunstgeschichte München
Hersteller: tredition
Verantwortliche Person für die EU: tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, D-22926 Ahrensburg, operations@tredition.com
Maße: 240 x 170 x 10 mm
Von/Mit: Steffen Krämer
Erscheinungsdatum: 14.10.2026
Gewicht: 0,366 kg
Artikel-ID: 138181375