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Beschreibung
Die extreme Rechte gewinnt in Deutschland stetig an Zustimmung. Die AfD hat sich in den Parlamenten fest etabliert; sie relativiert den Nationalsozialismus, verschiebt die Grenzen des Sagbaren und schreibt Geschichte um. Auch wenn Deutschland als durch die Erinnerung an den Nationalsozialismus geläutertes Land gilt, hat die Erosion der sogenannten Erinnerungskultur längst begonnen. Moralisch aufgeladene Floskeln verdrängen historisches Wissen und Urteilsfähigkeit. Erinnern löst sich von kritischem Geschichtsbewusstsein, dient imaginären Identitätskonstruktionen und befördert Erinnerungskämpfe. Vor diesem Hintergrund bedeutet Abschied von der Erinnerung vor allem, sich von Läuterungsgewissheit und Selbstzufriedenheit zu verabschieden und sich den Fallstricken des Erinnerns bewusst zu werden.

Dieses Buch ist ein Einspruch gegen ein Erinnern, das historisches Begreifen zugunsten entlastender Identifikation mit 'den' Opfern und kollektiver Identität in den Hintergrund drängt. Historisches Erinnern sollte, so das Plädoyer Volkhard Knigges, an ein kritisches Geschichtsbewusstsein und wirksame Gesellschaftskritik gekoppelt sein. Er spricht in diesem Essay nicht nur als Historiker, hat er doch die konkrete Arbeit von KZ-Gedenkstätten in Deutschland geprägt wie kaum ein anderer.
Die extreme Rechte gewinnt in Deutschland stetig an Zustimmung. Die AfD hat sich in den Parlamenten fest etabliert; sie relativiert den Nationalsozialismus, verschiebt die Grenzen des Sagbaren und schreibt Geschichte um. Auch wenn Deutschland als durch die Erinnerung an den Nationalsozialismus geläutertes Land gilt, hat die Erosion der sogenannten Erinnerungskultur längst begonnen. Moralisch aufgeladene Floskeln verdrängen historisches Wissen und Urteilsfähigkeit. Erinnern löst sich von kritischem Geschichtsbewusstsein, dient imaginären Identitätskonstruktionen und befördert Erinnerungskämpfe. Vor diesem Hintergrund bedeutet Abschied von der Erinnerung vor allem, sich von Läuterungsgewissheit und Selbstzufriedenheit zu verabschieden und sich den Fallstricken des Erinnerns bewusst zu werden.

Dieses Buch ist ein Einspruch gegen ein Erinnern, das historisches Begreifen zugunsten entlastender Identifikation mit 'den' Opfern und kollektiver Identität in den Hintergrund drängt. Historisches Erinnern sollte, so das Plädoyer Volkhard Knigges, an ein kritisches Geschichtsbewusstsein und wirksame Gesellschaftskritik gekoppelt sein. Er spricht in diesem Essay nicht nur als Historiker, hat er doch die konkrete Arbeit von KZ-Gedenkstätten in Deutschland geprägt wie kaum ein anderer.
Über den Autor
Volkhard Knigge ist emeritierter Professor für Geschichte in Medien und
Öffentlichkeit am Historischen Institut der
Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Inhaltsverzeichnis
1 Erinnerung als Containerwort 9

2 Verklärung, Instrumentalisierung, Kitsch 13

3 Geschichte ohne Halt 29

4 Wie Erinnern zur Formel wurde 40

5 Gemeinschaftsbildung statt Aufklärung 55

6 Aufarbeitung und Geschichtsbewusstsein 83

7 Selbstzufriedene Erinnerung 96

8 Eine ambivalente Erfolgsgeschichte 107

9 Zwischen Wirklichkeit und Repräsentation 129

10 Über Erfahrung, Nachahmung und Mitgefühl 139

11 Alternativen 145

12 Ob man aus der Geschichte lernen kann 152

13 Politische Eingriffe 169

14 Semprúns Blumenstrauß 183

Literatur 191

Dank 201
Details
Erscheinungsjahr: 2026
Genre: Geisteswissenschaften, Geschichte, Kunst, Musik
Rubrik: Geisteswissenschaften
Medium: Taschenbuch
Reihe: kleine reihe
Inhalt: 200 S.
ISBN-13: 9783868548785
ISBN-10: 3868548785
Sprache: Deutsch
Originalsprache: Deutsch
Herstellernummer: 386854878
Einband: Klappenbroschur
Autor: Knigge, Volkhard
Hersteller: Hamburger Edition
Verantwortliche Person für die EU: Hamburger Edition HIS Verlagsges. mbH - Mittelweg 36 - 20148, Mittelweg 36, D-20148 Hamburg, verlag@hamburger-edition.de
Maße: 175 x 110 x 15 mm
Von/Mit: Volkhard Knigge
Erscheinungsdatum: 13.10.2026
Gewicht: 0,2 kg
Artikel-ID: 136529859